Die Aktie von Verizon Communications (ISIN: US92343V1044) gehört seit Jahren zu den bekanntesten Titeln im US-Telekommunikationssektor und auch am Kapitalmarkt. Kein Wunder, denn das amerikanische Telco-Unternehmen steht für ein stabiles und cashflowstarkes Geschäftsmodell, eine hohe Dividendenrendite sowie eine starke Marktposition im Mobilfunkbereich. Demgegenüber entwickelte sich die Aktie in den vergangenen Jahren aber deutlich schwächer als der Gesamtmarkt, was zu einer auffallend günstigen Bewertung geführt hat. Verantwortlich dafür war vor allem die Bedrohung durch T-Mobile US, das den etablierten Anbietern im Oligopol immer mehr Nutzer abnahm. Seit Anfang 2021 verlor die Aktie in der Spitze rund die Hälfte ihres Wertes.

Quelle: Aktienkursentwicklung der Verizon-Aktie seit 2006
Die jüngsten Quartalszahlen deuten jedoch auf einen möglichen Turnaround hin. Dabei waren Umsatz und Gewinn selbst weniger stark betroffen. Es konnten weitere Kunden gewonnen werden und der Ausblick deutet auf ein weiter moderates Wachstum hin. Gleichzeitig wird die Aktie nur mit einem einstelligen KGV gehandelt. Genau diese Diskrepanz zwischen operativer Stabilität, günstiger Bewertung und schwacher Kursentwicklung macht die Aktie von Verizon besonders interessant für Value-Anleger. Mittlerweile werden gleich zwei Strategien Kaufsignale generiert. Das sind Gründe genug, die Verizon-Aktie einmal näher in einer tiefen Aktienanalyse anzuschauen.
💡 Das Wichtigste in Kürze
- Verizon ist ein führender US-Mobilfunkanbieter mit hohen wiederkehrenden Service-Umsätzen und robustem Cashflow.
- Die Aktie ist niedrig bewertet, bedingt durch Marktsättigung, Wettbewerb, hohe Verschuldung und Kapitalintensität
- Der Ausblick deutet auf steigende Kundenzahlen, Umsatzwachstum und verbesserten freien Cashflow hin
- Die Dividendenrendite von rund 5,9 Prozent könnte damit alles andere als eine Value-Falle sein
Unternehmensprofil – führender Mobilfunkanbieter in den USA
Verizon Communications ist eines der größten Telekommunikationsunternehmen der USA. Der Schwerpunkt des Geschäfts liegt auf Mobilfunkdiensten, die durch den Verkauf von Endgeräten sowie Angebote für Privat- und Geschäftskunden ergänzt werden. Selbst der Value-Investor Warren Buffett war hier von 2014 bis 2022 als Minderheitsinvestor an dem Unternehmen beteiligt. Die marktbeherrschende Stellung von Verizon in den USA und ihre Attraktivität für einkommensorientierte Anleger mögen den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben haben. Verizon betreibt das flächenmäßig größte Mobilfunknetz der USA und hat rund 157 Millionen Kunden. Zudem ist das Unternehmen im Premiumbereich des Marktes positioniert.

Quelle: AI Insights von aktien.guide
Gemessen am Umsatzcharakter sind die sogenannten Service Revenues mit 82 Prozent der wichtigste Umsatzblock für Verizon. Dazu zählen alle wiederkehrenden Einnahmen aus der Nutzung von Diensten, vor allem monatliche Gebühren für Mobilfunkverträge, Datennutzung, Internetanschlüsse und zusätzliche Services. Im Gegensatz zu den einmaligen Erlösen aus dem Verkauf von Geräten entstehen diese Umsätze regelmäßig und sorgen so für stabile und planbare Einnahmen. Der kleinere Teil der Umsätze (18 Prozent) entfällt auf das Wireless Equipment. Hierbei handelt es sich um den Verkauf von Smartphones, Tablets, Smartwatches und ähnlichen drahtlosen Geräten, die Kunden direkt über Verizon erwerben. Diese Umsätze entstehen häufig im Zusammenhang mit Mobilfunkverträgen, etwa wenn Kunden ein neues Smartphone kaufen oder ein Gerät über monatliche Raten finanzieren. Betrachtet man die einzelnen Segmente, so unterteilt Verizon sein Geschäft in die Bereiche Consumer und Business.
Das Consumer-Segment von Verizon ist das größte und richtet sich an Privatkunden. Es umfasst Mobilfunkverträge für Einzelpersonen und Familien mit festen Laufzeiten sowie Prepaid-Angebote. Zusätzlich gehören Festnetz-Internet und TV-Dienste wie Fios (Fiber-Optic; Glasfaser) zu diesem Bereich. Da Privatkunden regelmäßig ihre Smartphones austauschen, werden im Consumer-Segment auch die meisten Endgeräte verkauft. Der Großteil der Umsätze in diesem Segment stammt dabei aus monatlichen Servicegebühren für Mobilfunk und Internet. Betrachtet man den Umsatzanteil, so ist das Consumer-Segment mit über 76 Prozent dominierend. Mit fast 30 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 erwirtschaftet es auch den größten Teil des operativen Ergebnisses. Das Business-Segment dagegen bedient Geschäftskunden, Behörden und Großunternehmen. Verizon bietet hier Mobilfunklösungen für Mitarbeiter, Datentarife, Cloud- und Sicherheitslösungen sowie vernetzte Anwendungen wie IoT-Dienste an. Der Umsatz dieses Bereichs macht rund 22 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Rund zwei Milliarden des EBIT entfallen auf dieses Segment. Auch im Business-Segment werden Wireless-Geräte, etwa Smartphones oder Spezialgeräte für Unternehmen, verkauft, allerdings ist dieser Anteil geringer als im Privatkundengeschäft. Für Geschäftskunden stehen vor allem zuverlässige Netze, maßgeschneiderte Lösungen und langfristige Verträge im Vordergrund. Das führt zu stabilen und planbaren Umsätzen.
Chancen und Risiken der Verizon-Aktie
Der Telekommunikationsmarkt ist bekanntermaßen stark reguliert, kapitalintensiv und von intensivem Wettbewerb geprägt. Der Aufbau und Betrieb von Mobilfunknetzen erfordert dabei hohe Investitionen, beispielsweise für Funkfrequenzen, Sendemasten und Glasfasernetze. Gleichzeitig erwarten Kunden eine sehr hohe Netzqualität und zuverlässige Verbindungen, was den technischen und finanziellen Aufwand weiter erhöht.

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Eine Besonderheit dieses Marktes ist die hohe Bedeutung der erwähnten Netzqualität und -abdeckung. Anbieter mit einem leistungsfähigen und stabilen Netz können höhere Preise durchsetzen und Kunden langfristig binden. Für Verizon ist dies ein großer Vorteil, da es seit Jahren in den Ausbau seines Netzes investiert und sich als Premium-Anbieter positioniert. Genau diese starke Marktstellung schafft eine hohe Eintrittsbarriere für neue Wettbewerber und stellt einen Burggraben dar.
Zu den Chancen gehört vor allem der weitere Ausbau von 5G. Durch höhere Geschwindigkeiten und geringere Latenzen eröffnen sich hier neue Anwendungen, etwa im Bereich vernetzter Geräte, autonomer Systeme oder industrieller Anwendungen. Insbesondere im Geschäftskundenbereich kann Verizon so unter Umständen von der steigenden Nachfrage nach IoT-Lösungen, privaten 5G-Netzen und sicheren Unternehmensverbindungen profitieren. Auch der zunehmende Datenverbrauch der Verbraucher bietet langfristig Wachstumspotenzial bei den Service-Einnahmen.
Gleichzeitig bestehen aber auch Risiken durch die hohen Investitionen und die Verschuldung, die mit dem Netzausbau verbunden sind. Große Ausgaben für Frequenzauktionen und Infrastruktur können die finanzielle Flexibilität einschränken, insbesondere wenn sich technologische Entwicklungen schneller als erwartet ändern. Regulatorische Eingriffe oder Änderungen bei Datenschutz- und Wettbewerbsregeln können zusätzlich das Geschäftsmodell beeinflussen.
Wettbewerber von Verizon
Ein weiteres Risiko liegt im intensiven Preisdruck auf dem Mobilfunkmarkt. Wettbewerber versuchen, Kunden mit günstigeren Tarifen zu gewinnen, was die Margen belasten kann. Zudem ist der Markt in den USA bereits weitgehend gesättigt, sodass das Wachstum weniger aus neuen Kunden als vielmehr aus höheren Umsätzen pro Kunde kommen muss. Das erhöht den Druck, ständig neue Services und Mehrwertangebote zu entwickeln.

Quelle: AI Insights von aktien.guide
Der wichtigste Wettbewerber von Verizon ist ganz klar AT&T. Der Telekommunikationsriese ist ähnlich breit aufgestellt und bietet sowohl Mobilfunk- als auch Festnetzdienste für Privat- und Geschäftskunden an. Wie Verizon verfügt AT&T über ein landesweites Mobilfunknetz in den USA und konkurriert direkt um dieselben Kundengruppen. Der Wettbewerb zwischen den beiden Unternehmen findet vor allem über Netzqualität, Preisgestaltung und Serviceangebote statt. Dabei positioniert sich AT&T etwas breiter, während Verizon stärker auf Netzqualität und Zuverlässigkeit setzt. Ein weiterer zentraler Wettbewerber ist T-Mobile US. T-Mobile hat in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen, insbesondere nach der Fusion mit Sprint. Es verfolgt eine aggressivere Preispolitik und spricht junge, preisbewusste Kunden an. Das Wachstum geht dabei zu Lasten der beiden großen etablierten Wettbewerber. Seit Jahren wächst T-Mobile US stärker als der Gesamtmarkt und zwingt etablierte Anbieter wie Verizon, ihre Tarife und Angebote regelmäßig anzupassen. Mit einer Marktkapitalisierung von über 220 Milliarden US-Dollar ist T-Mobile US mittlerweile der wertvollste Telekommunikationskonzern in den USA. Aber auch global gesehen ist es der am höchsten kapitalisierte Mobilfunkkonzern der Welt. Doch die Erfolgsstory ist seit Anfang 2025 erst einmal ins Stocken geraten.

Quelle: Entwicklung Kapitalisierungen der Verizon-Peer
Betrachtet man die Umsatz- und Ertragsseite, so kann man deutlich erkennen, dass T-Mobile US seine Vergleichsunternehmen deutlich übertrifft. Sowohl beim Umsatz als auch bei den Ergebnissen wird ein deutlich besseres Tempo vorgelegt. Vor allem AT&T leidet umsatzmäßig am stärksten.

Quelle: Entwicklung Umsatz und Gewinn der Verizon-Peer
Neben diesen drei großen Anbietern gibt es kleinere Wettbewerber sowie sogenannte Mobile Virtual Network Operators (MVNO). Diese Unternehmen besitzen kein eigenes Netz, sondern mieten Kapazitäten von großen Netzbetreibern wie Verizon oder AT&T. Sie konkurrieren vor allem mit niedrigen Preisen und einfachen Tarifmodellen. Für Verizon stellen sie aber keine direkte Bedrohung dar, sie erhöhen jedoch den Preisdruck auf dem Markt insgesamt. Eine Bedrohung könnte jedoch das neue Satelliten-Internet von Starlink sein. Mit seinem Unternehmen hat Elon Musk eine echte, marktreife Alternative für mobiles Internet geschaffen. Allerdings dürfte sich dieser Service vorwiegend in ländlichen Regionen ausbreiten, in denen es für seine Wettbewerber zu teuer wäre, eine hohe Netzabdeckung zu gewährleisten. Dennoch sollten diese Entwicklungen im Auge behalten werden.
Die letzten Verizon Quartalszahlen von Dezember 2025
Die Ergebnisse des vierten Quartals 2025 zeigen einen klaren Wendepunkt für Verizon. So verzeichnete das Unternehmen die höchsten kombinierten Nettozugänge bei Mobilfunk und Breitband seit 2019. Es könnte der Beginn eines strategischen Turnarounds sein. Insgesamt gewann Verizon im Schlussquartal über eine Million neue Kunden, darunter 616.000 neue Postpaid-Mobilfunkkunden – das beste vierte Quartal seit 2019.

Quelle: Quartalszahlen von Verizon zum Q4/2025
Finanziell sah das Quartal solide aus. Der Umsatz belief sich auf 36,4 Milliarden US-Dollar, der Gewinn je Aktie betrug 0,55 US-Dollar. Bereinigt um Sondereffekte belief sich der Gewinn je Aktie auf 1,09 US-Dollar. Spiegelbildlich belief sich der Nettogewinn auf 2,3 Milliarden US-Dollar nach zuvor gut 5 Milliarden US-Dollar. Hintergrund hierfür waren vor allem Restrukturierungen, rechtliche Rückstellungen und Abschreibungen auf Vermögenswerte im Bereich Verizon Business. Dennoch erreichte das EBITDA fast 10 Milliarden US-Dollar. Diese Zahlen unterstreichen die stabile operative Entwicklung des Unternehmens, obwohl das Marktumfeld weiterhin anspruchsvoll ist.
Im Mobilfunkgeschäft zeigte sich eine klare Verbesserung. So stiegen die Umsätze aus Wireless Services im Jahresvergleich um 1,1 Prozent auf 21 Milliarden US-Dollar. Besonders stark entwickelten sich die Umsätze aus Wireless Equipment, die um 9,1 Prozent auf 8,2 Milliarden US-Dollar stiegen. Auch im Breitbandgeschäft erzielte Verizon deutliche Fortschritte. Im vierten Quartal kamen 372.000 neue Breitbandkunden hinzu. Davon entfielen 319.000 auf Fixed Wireless Access, sodass die Zahl der Kunden in diesem Bereich auf über 5,7 Millionen stieg. Zusätzlich gewann das Unternehmen 67.000 neue Fios-Internetkunden. Dies war das stärkste vierte Quartal in diesem Bereich seit 2020.
Ein strategisch besonders wichtiger Schritt war die Übernahme von Frontier für rund 20 Milliarden US-Dollar. Verizon verfügt nun über ein deutlich größeres Glasfasernetz und erreicht mehr als 30 Millionen Haushalte und Unternehmen. Insgesamt kommt das Unternehmen nach der Übernahme auf über 16,3 Millionen Anschlüsse in den Bereichen Fixed Wireless Access und Glasfaser. Diese Ausweitung stärkt das Kombinationsangebot aus Mobilfunk und Breitband und unterstützt die langfristige Wachstumsstrategie.
Verizon-Aktie Prognose 2026
Der Ausblick von Verizon für das Jahr 2026 unterstreicht, dass das Management das Unternehmen an einem strategischen Wendepunkt sieht. Die Prognose für das Jahr 2026 soll den Beginn des Turnarounds widerspiegeln und stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre dar. Verizon rechnet für 2026 mit einem starken Zuwachs bei den Mobilfunkkunden. Die Zahl der neuen Postpaid-Mobilfunkkunden soll zwischen 750.000 und einer Million liegen und damit etwa zwei- bis dreimal so hoch ausfallen wie 2025. Das Wachstum soll dabei weniger durch aggressive Preissenkungen als vielmehr durch nachhaltige Volumenzuwächse und eine höhere Kundenbindung erreicht werden. Beim Umsatz erwartet das Unternehmen ein solides Wachstum im Kerngeschäft. Die Service-Umsätze aus Mobilfunk und Breitband sollen um zwei bis drei Prozent steigen und insgesamt rund 93 Milliarden US-Dollar erreichen. Die Wireless-Service-Umsätze sollen dagegen im Jahr 2026 stabil bleiben. Auch bei der Ertragskraft stellt Verizon eine spürbare Verbesserung in Aussicht. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 4,90 und 4,95 US-Dollar liegen. Dies entspricht einem Wachstum von vier bis fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr – es gilt als deutliche Beschleunigung im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit und signalisiert eine bessere operative Effizienz. Der operative Cashflow wird im Jahr 2026 mit bis zu 38 Milliarden US-Dollar erwartet. Gleichzeitig plant das Unternehmen Investitionen von 16 bis 16,5 Milliarden US-Dollar, wobei ein wesentlicher Teil in den weiteren Ausbau des Glasfasernetzes fließen soll. Allein im Jahr 2026 sollen mindestens zwei Millionen zusätzliche Haushalte und Unternehmen mit Glasfaser versorgt werden. Der freie Cashflow wird von Unternehmensseite mit einem Anstieg auf mindestens 21,5 Milliarden US-Dollar erwartet. Dies entspräche einem Wachstum von rund sieben Prozent gegenüber 2025 und wäre der höchste freie Cashflow seit 2020.

Quelle: Analystenprognosen zu Umsatz und Gewinn der Verizon-Aktie
Die Zahlen zum vierten Quartal 2025 wurden vom Markt äußerst positiv aufgenommen. Die Aktie stieg bei Veröffentlichung der Quartalszahlen am 30. Januar 2026 um mehr als 11 Prozent. Auch Analysten sehen die zukünftigen Entwicklungen sehr positiv. In den kommenden Jahren könnte ein durchweg niedriges einstelliges Umsatzwachstum erreicht werden. Ähnlich stark könnten auch die Nettogewinne steigen, sodass eine stabile Nettomarge prognostiziert wird.
Wichtige Kennzahlen der Verizon-Aktie aus der Dividenden-Analyse
Die Verizon-Aktie zeichnet sich durch eine hohe und stabile Dividende aus. Mit einer aktuellen Dividendenrendite von rund 5,9 Prozent gehört das Unternehmen zu den attraktivsten Dividendenzahlern im Telekommunikationssektor. Auch über einen Zeitraum von zehn Jahren liegt die durchschnittliche Dividendenrendite mit gut 5,2 Prozent auf einem hohen Niveau, was auf eine langfristig verlässliche Ausschüttungspolitik hindeutet. In den letzten 20 Jahren bewegte sich die Dividendenrendite dabei im Wesentlichen in einem Korridor zwischen 4 und 7 Prozent.

Quelle: Entwicklung der Dividendenrendite der Verizon-Aktie über 20 Jahre
Die Ausschüttungsquote der vergangenen drei Jahre liegt mit etwa 66 Prozent auf einem tragfähigen Niveau. Dieser Wert gilt als ausgewogen. Er zeigt, dass Verizon einen großen Teil seiner Gewinne an die Aktionäre weitergibt, ohne die finanzielle Stabilität oder notwendige Investitionen in das Geschäft zu gefährden.

Quelle: Entwicklung wichtiger Ertragskennzahlen der Verizon-Aktie
Ein Blick auf die Entwicklung wichtiger Ertragskennzahlen verdeutlicht, dass die gezahlte Dividende von 11,4 Milliarden US-Dollar noch unter dem insgesamt Möglichen liegt. Die Dividende scheint somit gut durch die laufenden Erträge und Cashflows abgesichert zu sein.

Quelle: Entwicklung der Verizon-Dividende über 25 Jahre – seit 2001
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kontinuität der Dividendenzahlungen. Verizon zahlt seit mehr als zehn Jahren ohne Unterbrechung Dividenden aus und hat sie sogar regelmäßig erhöht. Das Dividendenwachstum fällt hingegen schwächer aus. In den vergangenen fünf Jahren betrug das durchschnittliche Dividendenwachstum knapp 2 Prozent pro Jahr. Verizon erhöht zwar die Dividende, dies jedoch nur in kleinen Schritten. Es handelt sich also nur in Teilen um einen echten Inflationsausgleich.

Quelle: Dividenden Score der Verizon-Aktie
Dennoch erreicht Verizon in der Dividenden Analyse insgesamt 13 von 15 möglichen Punkten; zählt aber dennoch zu den Topscorern. Die Aktie ist damit besonders für Anleger geeignet, die Wert auf hohe laufende Erträge, Stabilität und Verlässlichkeit legen – auch wenn das Dividendenwachstum eher moderat ausfällt.
Bewertung der Verizon-Aktie
Bei einem erwarteten KGV von 9,2 und einem prognostizierten Umsatzwachstum von 7,2 Prozent könnte für die Verizon-Aktie ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis vorliegen. Auch der Multiplikator auf die Cashflows (EV/FCF) mit einem Wert von 16,9 signalisiert eine bezahlbare Bewertung. Die Nettoverschuldung von fast 140 Milliarden US-Dollar erscheint angesichts eines stabilen EBITDA von erwartet über 50 Milliarden US-Dollar tragbar. Attraktiv sind auch die Renditen auf das eingesetzte Kapital mit einer Eigenkapitalrendite von 16,4 Prozent und einem ROCE von 8,8 Prozent.

Quelle: Bewertungen der Verizon-Aktie
Die vergleichsweise günstige Bewertung der Verizon-Aktie hat mehrere Ursachen. Sie hängen weniger mit einem einzelnen Problem zusammen, sondern sind auf eine Kombination aus strukturellen, finanziellen und marktbezogenen Faktoren zurückzuführen. Ein zentraler Grund ist das geringe Wachstumspotenzial, das dem Unternehmen über viele Jahre vom Markt zugeschrieben wurde. Der US-Mobilfunkmarkt gilt als weitgehend gesättigt, da nahezu jeder potenzielle Kunde bereits einen Mobilfunkvertrag besitzt. Wachstum entsteht daher nur noch begrenzt durch neue Kunden, sondern vor allem durch höhere Umsätze pro Kunde. Investoren bewerten solche Märkte in der Regel mit niedrigeren Bewertungsmultiplikatoren, da dynamisches Umsatz- und Gewinnwachstum fehlt oder nur langsam stattfindet. Hinzu kommt der starke Wettbewerbsdruck, vor allem durch T-Mobile US, das in den vergangenen Jahren aggressiv gewachsen ist und Marktanteile gewonnen hat. T-Mobile setzt den Markt durch attraktive Preise und eine schnelle Expansion im Bereich 5G unter Druck, was bei Verizon zu Kundendruck und teilweise stagnierenden Service-Umsätzen führte. Ein wichtiger Faktor ist aber auch die hohe Verschuldung. Verizon musste in den vergangenen Jahren enorme Summen in den Netzausbau und in Frequenzauktionen investieren. Zusätzlich kamen Akquisitionen wie die von Frontier hinzu. Obwohl der Cashflow stabil ist, wirkt die absolute Höhe der Nettoverschuldung von fast 140 Milliarden US-Dollar auf viele Investoren abschreckend. Sie begrenzt die finanzielle Flexibilität, erhöht die Sensibilität gegenüber steigenden Zinsen und drückt auf die Bewertung – selbst wenn die Schulden grundsätzlich tragfähig sind. Grundsätzlich stellt dabei die hohe Kapitalintensität des Geschäftsmodells ein Problem dar. Verizon muss kontinuierlich hohe Investitionen tätigen, um sein Netz technisch auf dem neuesten Stand zu halten. Das große Geld verdienen dabei eben jene Konzerne, die die Infrastruktur nutzen. Namentlich sind es alle großen Tech-Konzerne.
Fazit zur Verizon-Aktie
Verizon ist ein etabliertes und cashflow-starkes Telekommunikationsunternehmen, das eine klare Marktführerschaft in den USA innehat und über eine stabile Basis aus Mobilfunk- und Breitbandkunden verfügt. Die Aktie überzeugt durch eine hohe Dividendenrendite, kontinuierliche Ausschüttungen und solide finanzielle Kennzahlen. Gleichzeitig wirkt die Bewertung vergleichsweise günstig. Ein geringes Wachstum, starker Wettbewerb sowie eine hohe Verschuldung schrecken ab.
Die jüngsten Quartalszahlen und der Ausblick für 2026 zeigen jedoch, dass das Unternehmen einen strategischen Wendepunkt erreicht hat. Mit steigenden Kundenzahlen, wachsendem Service-Umsatz, dem Ausbau des Glasfasernetzes und einem höheren freien Cashflow könnte Verizon seinen Turnaround erfolgreich gestalten. Die Aktie bietet einkommensorientierten Anlegern daher eine attraktive Dividende und weiteres Aufwärtspotenzial.

Quelle: Analystenmeinungen zur Verizon-Aktie
Die Analysten sehen die Aktie mit gemischten Gefühlen. Jeweils 48 Prozent raten zu einem Kauf bzw. empfehlen, die Aktie zu halten. Nur 3 Prozent empfehlen einen Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 47,94 US-Dollar nach einem Jahr rund 3,5 Prozent über dem aktuellen Kurs. Das Aufwärtspotenzial ist damit begrenzt. Zusammen mit der Dividende könnten dann rund 10 Prozent Total Return in Aussicht stehen. Interessant ist jedoch der technische Ausbruch bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen. Er zeigt, dass der Markt nicht mit einem so guten Ausblick gerechnet hat. Wer die Aktie dennoch nur beobachten möchte, kann sich einen Alarm stellen. Ein Kurs von 40 US-Dollar würde dem Durchschnitt der letzten drei Jahre entsprechen und sich somit als interessanter Marker für den Alarm eignen. Umgerechnet wären das weniger als 34 Euro.
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