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Raytheon Technologies Aktienanalyse: Rüstungschampion mit Potenzial

Geschrieben von Frank Seehawer | 1.4.2025
Inhaltsverzeichnis
  1. Unternehmensprofil – führender Rüstungs-, Raum- und Luftfahrtkonzern
  2. Etwas zur Geschichte von Raytheon Technologies
  3. Der Wettbewerb im Überblick
  4. Ein Markt mit Besonderheiten
  5. Die letzten Raytheon Technologies Quartalszahlen von Dezember 2024
  6. Raytheon Technologies-Aktie Prognose 2025
  7. Wichtige Kennzahlen der Raytheon Technologies-Aktie aus der Dividenden-Analyse
  8. Bewertung der Raytheon Technologies-Aktie
  9. Fazit zur Raytheon Technologies-Aktie

Rüstung und Militär boomen wie schon lange nicht mehr. Nicht ohne Grund, denn weltweit steigende Verteidigungsausgaben, getrieben durch geopolitische Spannungen und neue Bedrohungsszenarien, führen zu einer stetig wachsenden Nachfrage nach hochmodernen Verteidigungs-, Sensor- und Flugabwehrsystemen. Aber auch die zivile Luftfahrt erlebt nach der Pandemie einen nachhaltigen Aufschwung, unterstützt durch den Trend zur globalen Mobilität und den wachsenden Bedarf an effizienteren und umweltfreundlicheren Antriebstechnologien.

In genau diesen Märkten spielt der US-Konzern Raytheon Technologies (ISIN: US9130171096) eine bedeutende Rolle. Rückenwind durch Megatrends und eine Fusion haben den Aktienkurs von RTX, wie Raytheon Technologies an der Börse abgekürzt wird, in den letzten 10 Jahren um 79 Prozent steigen lassen. Mehr als die Hälfte des Kursanstiegs entfiel dabei auf das vergangene Jahr.

Quelle: Raytheon Technologies Aktienkursentwicklung; aktien.guide

Entsprechend ist auch die Bewertung gestiegen. Sie lässt sich durch das erwartete hohe Wachstum leicht rechtfertigen. Wie das Chance-Risiko-Verhältnis der Aktie aussieht, was sie derzeit so attraktiv macht und ob sie letztendlich ein Kauf ist, soll die nachfolgende Aktienanalyse zu Raytheon Technologies aufzeigen.

 

Unternehmensprofil – führender Rüstungs-, Raum- und Luftfahrtkonzern

Raytheon Technologies ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 180 Milliarden US-Dollar eines der weltweit größten Unternehmen der Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie. Das Geschäftsmodell des US-Konzerns basiert auf der Entwicklung, Herstellung und dem weltweiten Vertrieb hochkomplexer technischer Systeme für die zivile Luftfahrt, für militärische Anwendungen und für sicherheitsrelevante Regierungsprojekte. Dabei stützt sich der Mischkonzern auf drei zentrale Geschäftsbereiche: Collins Aerospace, Pratt & Whitney und Raytheon. Jeder dieser Geschäftsbereiche deckt ein eigenes technologisches und marktstrategisches Feld ab und trägt so auf unterschiedliche Weise zur Gesamtstrategie des Konzerns bei.


Quelle: Press Release Q4/2024 Earnings RTX

Collins Aerospace

Kommen wir zum größten Segment, Collins Aerospace. Im Geschäftsjahr 2024 wurden mit ihm rund 34 Prozent des Umsatzes generiert. Gleichzeitig ist es das mit Abstand margenstärkste Segment, wie die bereinigte operative von 17 Prozent im Geschäftsjahr 2024 zeigt. Knapp 4,5 Milliarden US-Dollar betrug das operative Ergebnis. Entstanden ist der Geschäftsbereich aus dem früheren Zusammenschluss von Rockwell Collins und UTC Aerospace Systems im Jahr 2018. Collins Aerospace entwickelt und produziert eine Vielzahl hoch spezialisierter Systeme für zivile und militärische Flugzeuge. Dazu gehören Avioniksysteme, Kabinenausstattungen, Flugsteuerungstechnologien, Kommunikations- und Navigationssysteme sowie Komponenten wie Triebwerksverkleidungen und Fahrwerke. Weiter beliefert es Flugzeughersteller wie Boeing und Airbus sowie Streitkräfte weltweit und hat sich insbesondere im Service- und Wartungsgeschäft als zuverlässiger Partner etabliert.

 
Pratt & Whitney

Ein weiterer Geschäftsbereich des Konzerns ist Pratt & Whitney. Es ist einer der bekanntesten Triebwerkshersteller der Welt. Der Bereich steht für technologische Exzellenz im Bereich der Strahltriebwerke. Pratt & Whitney stellt u.a. Triebwerke für Verkehrs-, Militär- und Geschäftsflugzeuge her. Besonders bekannt ist das Unternehmen für seine Getriebefan-Triebwerke (GTF), die für moderne Flugzeuge wie den Airbus A320neo entwickelt wurden. Sie gelten als besonders effizient und umweltfreundlich. Allerdings gab es in den letzten Jahren technische Probleme. Dennoch bleibt Pratt & Whitney ein zentraler Wachstumstreiber für Raytheon Technologies, vor allem mit Blick auf die weltweite Nachfrage nach effizienten Antriebssystemen. Das allein zeigt schon der im Jahr 2024 erwirtschaftete Umsatz von 28 Milliarden US-Dollar. Die operative Marge war hier allerdings nur halb so hoch wie im ersten Segment.

 

Raytheon

 

Der letzte Geschäftsbereich Raytheon ist der kleinste von allen, aber mit einem Umsatzanteil von knapp 32 Prozent alles andere als unbedeutend. Hier werden unter anderem Flugabwehrsysteme wie das bekannte Patriot-System, Lenkwaffen wie die Tomahawk-Marschflugkörper sowie hochentwickelte Radar- und Sensorsysteme produziert. Elektronische Kampfführung und Cyber-Sicherheitslösungen gehören ebenfalls zum Portfolio. Raytheon beliefert in erster Linie staatliche Kunden, insbesondere das US-Verteidigungsministerium und verbündete NATO-Staaten. In Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen, wie dem Krieg in der Ukraine oder den Spannungen im Indopazifik, hat dieser Bereich sichtlich an Bedeutung gewonnen. An den Umsatzzahlen kann man das aber noch nicht ablesen.

Etwas zur Geschichte von Raytheon Technologies

Die heutige Struktur von Raytheon Technologies ist das Ergebnis der Fusion zwischen den beiden Industriegiganten Raytheon und United Technologies. Die 1922 gegründete Raytheon Company war seit Jahrzehnten ein führender Anbieter von Rüstungstechnologie. Auf der anderen Seite stand United Technologies, ein traditionsreicher Mischkonzern, der vor allem für seine Aktivitäten in der Luftfahrt (u.a. durch Pratt & Whitney und Collins Aerospace) bekannt war, aber auch andere Sparten wie Aufzüge (Otis) und Klimatechnik (Carrier) umfasste. Um sich strategisch neu auszurichten, trennte sich United Technologies Corporation zunächst von beiden via Spin-off und konzentrierte sich nur noch auf die Luftfahrt. Die Fusion mit Raytheon brachte schließlich zivile und militärische Hochtechnologie unter einem Dach zusammen – mit dem Ziel, Synergien zu nutzen, breiter aufgestellt zu sein und in einem volatilen geopolitischen Umfeld widerstandsfähiger zu agieren. Heute zahlt sich aus, was damals am Reißbrett konzipiert wurde.

Das Geschäftsmodell von Raytheon Technologies basiert stark auf langfristigen, oft staatlich finanzierten Aufträgen, insbesondere im Verteidigungsbereich. Das kann Fluch oder Segen sein, denn die starke Abhängigkeit von einzelnen Auftraggebern kann zu sprunghaften Veränderungen der Finanzkennzahlen führen. Aber die Verbindungen nach Washington sind gut, die Projekte langfristig angelegt. Gleichzeitig erwirtschaftet das Unternehmen hohe Umsätze im zivilen Bereich, vor allem durch die Lieferung von Triebwerken, Flugzeugsystemen und umfassenden Wartungsdienstleistungen an Fluggesellschaften und Flugzeughersteller weltweit. Besonders attraktiv ist dabei das sogenannte Aftermarket-Geschäft, also die Wartung, Reparatur und Ersatzteilversorgung für bereits ausgelieferte Systeme. Dieser Bereich ist nicht nur margenstark, sondern auch relativ krisenresistent. Das liegt daran, dass Aftermarket-Umsätze meist planbar und langfristig vertraglich gesichert sind, was dem Unternehmen Stabilität verleiht.

Der Wettbewerb im Überblick

Raytheon Technologies agiert in einem wettbewerbsintensiven Umfeld, das sowohl von etablierten Großkonzernen als auch von spezialisierten Anbietern geprägt ist. Die Wettbewerbssituation ist je nach Geschäftsfeld sehr unterschiedlich. Schließlich werden Produkte und Dienstleistungen sowohl für die zivile Luftfahrt als auch für militärische Systeme bzw. Wehrtechnik hergestellt.

Im zivilen Luftfahrtsektor steht Raytheon Technologies – insbesondere mit seinen Segmenten Pratt & Whitney und Collins Aerospace – bei Triebwerken in direktem Wettbewerb mit Unternehmen wie General Electric (GE Aerospace) und Rolls-Royce. Bei Bordelektronik, Avioniksystemen und Flugzeugintegration konkurriert Collins Aerospace mit Honeywell, der französischen Safran und Thales. All diese Unternehmen beliefern auch die großen Flugzeughersteller wie Airbus und Boeing und kämpfen um Marktanteile, vor allem in der Nachrüstung, im Ersatzteilgeschäft und bei der Ausstattung neuer Flugzeugmodelle. Neben dem Preis spielen vor allem Innovation, Zuverlässigkeit und Effizienz eine zentrale Rolle im Wettbewerb.

Quelle: Entwicklung der Marktkapitalisierungen Rüstungs-Peer; aktien.guide Charts

Anders sieht es im Verteidigungssektor aus. Hier gehört Raytheon Technologies zusammen mit Lockheed Martin, Northrop Grumman, General Dynamics und Boeing Defense zu den Big Five der US-Rüstungsindustrie. Sie konkurrieren um milliardenschwere Aufträge der US-Regierung und internationaler Bündnispartner. Raytheon ist dabei besonders stark in der Raketen- und Luftverteidigung (z.B. mit Patriot oder NASAMS), während Lockheed Martin z.B. mit dem Kampfflugzeug F-35 und Northrop Grumman mit unbemannten Systemen und Radartechnik dominieren. Der Wettbewerb ist dabei nicht nur technologisch anspruchsvoll, sondern auch geopolitisch geprägt. Viele Aufträge hängen direkt von außenpolitischen Entwicklungen und Verteidigungsbudgets ab. Auffallend ist jedenfalls, dass über 80 Prozent der Umsätze in den USA geschrieben werden. Und das hat System. Nicht nur das US-Verteidigungsbudget ist gigantisch, es gibt auch Exportbeschränkungen durch ITAR (International Traffic in Arms Regulations) und diplomatische Faktoren, die den Absatz von Rüstungsgütern bestimmen.

Ein Markt mit Besonderheiten

Aufgrund seiner Ausrichtung ist Raytheon Technologies in den beiden großen Weltmärkten Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung und Sicherheit tätig. Beide Märkte unterliegen unterschiedlichen wirtschaftlichen, politischen und technologischen Einflussfaktoren. Sie entwickeln sich teilweise aber gegenläufig, was ein ausgewogenes und weniger zyklisches Geschäftsmodell ermöglicht.

Der zivile Luftfahrtmarkt ist beispielsweise ein zyklischer Wachstumsmarkt, der eng mit der globalen Reisetätigkeit, den Handelsströmen, der Urbanisierung und der Wohlstandsentwicklung verbunden ist. Nach dem pandemiebedingten Einbruch in den Jahren 2020 bis 2021 befindet sich der Luftverkehr ab 2022 wieder im Aufschwung. Vor allem in Asien, dem Mittleren Osten und Teilen Afrikas wachsen die Fluggesellschaften dynamisch. Das führt am Ende zu einer tendenziell hohen Nachfrage nach neuen, effizienteren Flugzeugen und damit nach Triebwerken, Systemen und Wartungsdienstleistungen aus dem Hause Raytheon Technologies. Auch das sogenannte Aftermarket-Geschäft, also die Wartung und Modernisierung bestehender Flotten, spielt dabei eine zentrale Rolle. Raytheon Technologies profitiert von hier beispielsweise langfristigen Wartungsverträgen mit Fluggesellschaften und OEMs (Original Equipment Manufacturers) wie Airbus und Boeing. Darüber hinaus gewinnt in Zeiten des Klimawandels der Trend zu einer nachhaltigeren Luftfahrt immer mehr an Bedeutung. Regierungen, Regulierungsbehörden und Fluggesellschaften setzen zunehmend auf klimafreundliche Technologien. Der Bedarf an emissionsärmeren Triebwerken, leichteren Materialien und neuen Antriebskonzepten (z.B. Hybrid- oder Wasserstoffantriebe) dürfte steigen.

Der zweite große Markt ist der globale Verteidigungs- und Sicherheitssektor, der stark von geopolitischen Entwicklungen, Sicherheitsbedrohungen und nationalen Verteidigungsbudgets beeinflusst wird. In den letzten Jahren ist er weltweit gewachsen, insbesondere aufgrund von Konflikten wie dem Krieg in der Ukraine, den Spannungen im Nahen Osten, der Rivalität zwischen den USA und China im indopazifischen Raum sowie der allgemeinen Modernisierung vieler Streitkräfte. Regierungen müssen heute zunehmend in Luftverteidigungssysteme, Raketenabwehr, Aufklärungstechnologie, elektronische Kriegsführung und Cybersicherheit investieren, um bestehende Defizite auszugleichen. Alles sind Bereiche, in denen Raytheon Technologies stark vertreten ist. Hier kommt dem US-Markt eine besondere Bedeutung zu, da die Vereinigten Staaten über den größten Verteidigungshaushalt der Welt verfügen. Gleichzeitig gewinnen aber auch internationale Märkte an Bedeutung, da viele Länder – auch in Europa – ihre Verteidigungsausgaben nach Jahren des Sparens wieder deutlich erhöhen. Darüber hinaus wächst der Markt für Dual-Use-Technologien, also Technologien, die sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich eingesetzt werden können. Beispiele hierfür sind Satellitenkommunikation, Drohnentechnologie, autonome Systeme, Sensorik oder künstliche Intelligenz. Die Verschmelzung beider Technologiewelten eröffnet neue Geschäftschancen.

Die letzten Raytheon Technologies Quartalszahlen von Dezember 2024

Raytheon Technologies hat im abgelaufenen Quartal insgesamt solide Ergebnisse erzielt. Konkret verzeichnete das Unternehmen ein deutliches Umsatzwachstum von 9 Prozent, das sowohl von einer robusten Nachfrage im zivilen Luftfahrtgeschäft als auch von einer stabilen Entwicklung im Verteidigungsgeschäft getragen wurde. Besonders erfreulich war das zweistellige organische Wachstum, also das Wachstum ohne Berücksichtigung von Unternehmensverkäufen. Es spiegelt die breite Nachfrage nach Triebwerken, Flugzeugsystemen und Verteidigungstechnologien wider.


Quelle: Finanzdaten Q4/2024 von Raytheon Technologies

Trotz einiger Belastungen durch Einmaleffekte – etwa im Zusammenhang mit Akquisitionen und Restrukturierungen – konnte Raytheon Technologies das bereinigte Ergebnis je Aktie im Vergleich zum Vorjahr steigern. Das operative Ergebnis von 1,8 Milliarden US-Dollar unterstreicht, dass sich die Investitionen in neue Technologien und Programme auszahlen und die Nachfrage in den Kernmärkten weiter anzieht.

Ein weiterer wichtiger Indikator für die langfristige Geschäftsentwicklung ist der Auftragsbestand, der sich auf Rekordniveau befindet. Mit einem Gesamtvolumen von 218 Milliarden US-Dollar, davon 125 Milliarden US-Dollar im zivilen und 93 Milliarden US-Dollar im Verteidigungsgeschäft, ist Raytheon Technologies gut ausgelastet und geht mit gut gefüllten Auftragsbüchern in die kommenden Quartale. Trotz guter Zahlen sind sie im Vergleich zum Gesamtjahr 2024 als weniger dynamisch einzustufen. Hier stieg der Umsatz um 17 Prozent, der Nettogewinn sogar um 49 Prozent.



Quelle: Finanzdaten für das Gesamtjahr 2024 von Raytheon Technologies

Bereinigt um außergewöhnliche, wesentliche oder einmalige Posten betrug das organische Umsatzwachstum im Gesamtjahr jedoch auch nur 9 bzw. 11 Prozent. Das bereinigte EPS stieg um 13 Prozent. Insgesamt sind die Zahlen für einen großen Rüstungskonzern als solide einzustufen. Im Kern treibt die starke Nachfrage in der zivilen und militärischen Luftfahrt das Umsatzwachstum bei Pratt & Whitney und Collins Aerospace. Unterstützt wird sie durch eine erhöhte Nachfrage nach Ersatzteilen und Verteidigungstechnologien. Darüber hinaus profitierte Raytheon Technologies von geopolitischen Spannungen, während fusionsbedingte Effizienzsteigerungen Kostensynergien in Höhe von 90 Millionen US-Dollar ermöglichten.

Raytheon Technologies-Aktie Prognose 2025

Für das laufende Geschäftsjahr gibt Raytheon Technologies einen insgesamt positiven Ausblick. Das Industrie- und Rüstungsunternehmen erwartet einen bereinigten Umsatz zwischen 83 und 84 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem organischen Wachstum von etwa 4 bis 6 Prozent. Die Prognose geht auch davon aus, dass sich das zivile Luftfahrtgeschäft weiter erholt und die Nachfrage im Verteidigungsbereich auf hohem Niveau bleibt.

Beim bereinigten Gewinn pro Aktie erwartet Raytheon Technologies einen Wert zwischen 6 und 6,15 US-Dollar – ein Niveau, das auch hier ein gesundes Ertragswachstum signalisiert, insbesondere im Vergleich zum Vorjahr. Besonders hervorzuheben ist der weiterhin hohe Free Cashflow. Er soll im Jahr 2025 zwischen 7 und 7,5 Milliarden US-Dollar liegen.

Quelle: Umsatz- und Margenprognose der Analysten zu Raytheon Technologies

Aktuelle Analystenprognosen zeichnen für Raytheon Technologies in den kommenden Jahren ein grundsätzlich wachstumsorientiertes Bild. Erwartet wird, dass der Konzern seinen Umsatz kontinuierlich steigern kann – wenn auch mit abnehmender Dynamik im Vergleich zum aktuell starken Anstieg. So zeigte sich für das Jahr 2024 ein besonders starkes Wachstum. Dies ist vor allem auf die Erholung des Luftfahrtsektors und die starke Nachfrage im Verteidigungsgeschäft zurückzuführen. Ab 2025 wird jedoch ein etwas moderateres, aber weiterhin stabiles jährliches Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet. Auffällig ist allerdings, dass ab dem Jahr 2029 ein nahezu stagnierender Umsatz prognostiziert wird.

Quelle: Nettogewinn und Margenprognose zur Raytheon Technologies-Aktie von Analysten
 

Ein ähnliches Bild zeigt sich auf der Ertragsseite. Analysten erwarten hier für Raytheon Technologies in den kommenden Jahren einen deutlichen Anstieg des Nettogewinns. Sie sind Ausdruck einer steigenden Effizienz und besseren Auslastung. Ab 2026 flacht das Gewinnwachstum allerdings wieder etwas ab, bleibt aber positiv.

Ähnlich sieht es bei der Nettomarge aus. Sie verbessert sich kontinuierlich von knapp sechs Prozent im Jahr 2024 auf über neun Prozent im Jahr 2028. Raytheon wächst also nicht nur, sondern wird auch profitabler, margenstärker. Erst ab 2029 ist eine leichte Abschwächung der Dynamik zu erkennen, die vermutlich auf konservative Schätzungen zurückzuführen ist.

Wichtige Kennzahlen der Raytheon Technologies-Aktie aus der Dividenden-Analyse

Kommen wir zur Dividenden-Analyse der Raytheon Technologies, die insgesamt solide ausfällt, wenn auch nicht herausragend. Die aktuelle Dividendenrendite liegt mit rund 1,8 Prozent unter dem Branchendurchschnitt – und punktet in der Bewertung nicht. Langfristig sieht es etwas besser aus: Über die letzten zehn Jahre lag die durchschnittliche Rendite bei rund 2,4 Prozent, was in der Dividenden-Analyse zwei Punkte einbrachte.

Quelle: Dividendenscore der Raytheon Technologies Aktie; aktien.guide

Besonders positiv fällt die Ausschüttungsquote der letzten drei Jahre auf: Mit rund 75 Prozent des Gewinns, die an die Aktionäre ausgeschüttet wurden, erreicht Raytheon hier die volle Punktzahl. Auch die Kontinuität der Ausschüttung ist vorbildlich: Seit 27 Jahren wurde kontinuierlich erhöht. Damit gehört das Unternehmen zur Gruppe der sogenannten Dividenden Aristokraten – Unternehmen, die ihre Ausschüttung seit mindestens 25 Jahren ohne Unterbrechung erhöhen. Auch das Dividendenwachstum der letzten fünf Jahre kann sich sehen lassen. Mit über sechs Prozent pro Jahr liegt es im soliden Mittelfeld und sorgt so für einen Gewinn von zwei Punkten in der Dividenden-Analyse.
 
In der Gesamtbewertung erreicht Raytheon 10 von 15 möglichen Punkten – ein gutes Ergebnis, das nahe an das eines Topscorers heranreicht. Für einkommensorientierte Anleger bietet die Aktie vor allem Verlässlichkeit und solides Wachstum, weniger eine hohe laufende Rendite.
 

Bewertung der Raytheon Technologies-Aktie

Die Bewertung von Raytheon Technologies erscheint derzeit ambitioniert, aber nicht überzogen, insbesondere vor dem Hintergrund des aktuellen Wachstums und der langfristigen Perspektiven.

Quelle: Bewertungen der Raytheon Technologies Aktie; aktien.guide

So liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis derzeit bei 37 auf Basis der Ergebniswerte der letzten zwölf Monate. Dies ist im historischen und Branchenvergleich recht hoch. Der Markt hat also hohe Erwartungen an die zukünftige Gewinnentwicklung. Allerdings zeigt das erwartete KGV von rund 27, dass Investoren mit deutlichen Gewinnsteigerungen rechnen, was das aktuelle Bewertungsniveau etwas relativiert. Und in der Tat untermauert das starke Umsatzwachstum von über 17 Prozent im vergangenen Jahr diese optimistische Sicht. Es deutet auf eine starke operative Entwicklung hin, die das hohe KGV zumindest teilweise rechtfertigt. Kritischer ist dagegen das EV/FCF-Verhältnis (Unternehmenswert zu Free Cashflow) zu sehen, das bei über 47 liegt. Auch hier handelt es sich um einen sehr hohen Wert und zeigt, dass die Aktie im Verhältnis zum aktuell freien Cashflow teuer ist. Hier spiegelt sich u.a. wider, dass größere Investitionen (z.B. in neue Technologien oder Produktionskapazitäten) kurzfristig die freien Mittel belasten.
 

Fazit zur Raytheon Technologies-Aktie

Raytheon Technologies präsentiert sich als breit aufgestelltes Industrie- und Technologieunternehmen mit starker Verankerung in zwei zukunftsträchtigen Branchen: der zivilen Luftfahrt und der Verteidigungstechnologie. Langfristige Megatrends wie das weltweit steigende Sicherheitsbedürfnis, der wachsende Luftverkehr und der Fokus auf technologische Effizienz sorgen für eine anhaltend hohe Nachfrage nach den Produkten und Lösungen des Unternehmens.

Die solide Dividendenpolitik, eine tendenziell stabile Ergebnisentwicklung und der rekordhohe Auftragsbestand sprechen für die Aktie. Auch wenn die Bewertung derzeit eher anspruchsvoll sein mag, finden langfristig orientierte Anleger in Raytheon Technologies ein Unternehmen mit einem robusten Geschäftsmodell, einer global starken Marktposition in Wachstumsmärkten und einer klaren strategischen Ausrichtung.

Quelle: Raytheon Technologies Kursziel 2025; aktien.guide

Die Mehrheit der Analysten stuft die Aktie ebenfalls als Kauf ein. Rund 60 Prozent raten zum Kauf, 37 Prozent zum Halten der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel ist mit 9,8 Prozent allerdings nicht besonders hoch. Dennoch könnte die Aktie auch in den kommenden Jahren solide Renditen abwerfen, sofern das prognostizierte Gewinnwachstum auch erreicht oder übertroffen wird. 

 

 

Der Autor und/oder mit dem aktien.guide verbundene Personen oder Unternehmen besitzen oder können Anteile von Raytheon Technologies besitzen. Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar. Bitte beachte die rechtlichen Hinweise.