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Zscaler Aktienanalyse: Unterschätzter Cyber-Leader mit +102% Chance

Geschrieben von Frank Seehawer | 26.3.2026
Inhaltsverzeichnis

Der globale Cybersecurity-Markt steht vor einem Jahrzehnt des Wachstums. Cyberangriffe nehmen in Häufigkeit und Komplexität exponentiell zu, KI-gestützte Bedrohungen entstehen in Echtzeit und Unternehmen weltweit erkennen, dass die Sicherheit traditioneller Netzwerkperimeter in einer Cloud-First-Welt nicht mehr ausreicht. Genau in dieses Vakuum stößt Zscaler (ISIN: US98980G1022). Das Unternehmen hat seit seiner Gründung im Jahr 2007 den Begriff „Zero Trust” maßgeblich mitgeprägt und ihn zur Grundlage seiner gesamten Plattformstrategie gemacht. Das Zero Trust Exchange-Modell geht davon aus, dass kein Nutzer, kein Gerät und keine Anwendung per se vertrauenswürdig ist – jeder Datenstrom wird individuell geprüft. Die Equity Story lässt sich dabei auf einen klaren Kern reduzieren: Das Unternehmen will die veralteten Firewall- und VPN-Infrastrukturen der Unternehmen durch eine vollständig cloudbasierte Sicherheitsarchitektur ersetzen. Zwei Megatrends unterstützen das Wachstum auf Jahre hinaus: Die zunehmende Nutzung künstlicher Intelligenz in Unternehmensumgebungen, die neue Angriffsflächen schafft und gleichzeitig neue Sicherheitslösungen erfordert. Und die zunehmenden regulatorischen Anforderungen an Datensouveränität und Cloud-Compliance, insbesondere in Europa. Die Aktie selbst hat in den letzten zwölf Monaten eine regelrechte Berg-und-Tal-Fahrt hinter sich. Vom Hoch bei über 330 US-Dollar im Herbst 2025 fiel der Kurs bis Ende Februar 2026 auf unter 147 US-Dollar – ein Rückgang von mehr als 55 Prozent. Über das gesamte Jahr betrachtet liegt die Aktie dennoch nur 25 Prozent im Minus.

Quelle: Entwicklung des Kurses der Zscaler-Aktie über 20 Jahre

Maßgeblich für die hohe Volatilität waren eine enttäuschende Prognose für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 sowie allgemeine Marktturbulenzen im Software-Sektor, die durch Zinssorgen und die sogenannte „SaaSpocalypse” – also der Angst vor einer strukturellen Margenerosion bei SaaS-Unternehmen durch KI-Wettbewerber – ausgelöst wurden. Nach starken Quartalszahlen Ende Februar 2026 erholte sich der Kurs schließlich um mehr als zehn Prozent. In unserer Zscaler-Aktienanalyse gehen wir heute der Frage nach, ob die aktuellen Kurse zum Kauf einladen und eine Trendwende der Aktie möglich ist. 

Unternehmensprofil – Pionier und Marktführer bei Zero-Trust-Architektur

Das Unternehmen Zscaler wurde 2007 im kalifornischen San José gegründet und ging 2018 an die Technologiebörse Nasdaq. Das Unternehmen betreibt eine cloudnative, multitenantfähige Security-as-a-Service-Plattform, die unter dem Begriff „Zero Trust Exchange” firmiert. Zscaler selbst stellt damit im Kern Sicherheitsfunktionen bereit, die traditionell von Hardware-Appliances und On-Premise-Software erbracht wurden – jedoch vollständig als Cloud-Dienst. Dadurch müssen keine Datenpakete mehr über ein Firmennetzwerk geroutet werden.

Zscaler ist mit seinem Geschäft außerdem ein klassischer Disruptor. Das Marktpotenzial ist riesig. Zscaler selbst schätzt es auf bis zu 100 Milliarden US-Dollar. Gemessen am aktuellen Jahresumsatz von rund 2,7 Milliarden US-Dollar ist also noch viel zu holen. Das Umsatzwachstum von über 20 Prozent zeigt außerdem, dass der Markt noch lange nicht gesättigt sein muss. Doch der Wettbewerb nimmt zu, wie die stetig sinkenden Umsatzraten zeigen. In diesem Bereich gab es zuletzt jedoch Entspannung, wie die nachfolgenden Kapitel aufzeigen werden. Nun aber zur Abgrenzung des Geschäftsmodells.

Das Kerngeschäft: Subscription-basierte Sicherheitsplattform

Das Geschäftsmodell von Zscaler basiert nahezu ausschließlich auf Abonnements (SaaS). Kunden zahlen also jährliche Lizenzgebühren für den Zugang zur Plattform. Die Preisgestaltung erfolgt dabei typischerweise pro Nutzer oder pro Gerät. In den letzten Quartalen hat Zscaler jedoch damit begonnen, das Modell um nutzungsbasierte Komponenten zu erweitern. Diese machen bereits mehr als 25 Prozent des Wertes neuer Jahresverträge aus. Dieser Schritt ermöglicht es dem Unternehmen, mit dem wachsenden Datenvolumen zu skalieren, ohne Kunden zu verprellen. Das Thema könnte gerade für die Zukunft spannend sein, denn in einer Welt, in der immer mehr KI-Agenten die Arbeit übernehmen, würde es so mehr und mehr Druck auf die Umsatzdynamik geben.

Hauptprodukte und Segmente

Die Plattform von Zscaler umfasst drei strategische Hauptlösungen:

  • Zscaler Internet Access
  • Zscaler Private Access
  • Zscaler Digital Experience

Quelle: AI-Insights von aktien.guide

Zscaler Internet Access

Zscaler Internet Access (ZIA) ist das Flaggschiffprodukt, das klassische Secure Web Gateways, Cloud-Access-Security-Broker und Data-Loss-Prevention-Lösungen ersetzt. ZIA schützt Nutzer beim Zugriff auf das öffentliche Internet und SaaS-Applikationen. Es ist nach wie vor der größte Umsatztreiber.

Zscaler Private Access

Zscaler Private Access (ZPA) dagegen ist eine Alternative zu traditionellen VPN-Lösungen. Es ermöglicht Nutzern den sicheren Zugriff auf interne Unternehmensanwendungen, ohne dass diese dem Internet direkt ausgesetzt sind. Insbesondere Regierungsbehörden und Großkonzerne setzen auf ZPA: 14 US-Bundesbehörden auf Kabinettsebene nutzen bereits Zscaler-Produkte.

Zscaler Digital Experience

Zscaler Digital Experience (ZDX) ist das jüngste große Segment und misst sowie optimiert die Nutzererfahrung bei der Applikationsnutzung. Es richtet sich an IT-Administratoren, die Performance-Probleme end-to-end nachverfolgen möchten.

Hinzu kommen neuere Lösungen im Bereich der KI-Sicherheit: Mit der im Januar 2026 gestarteten „AI Security Suite” inklusive „AI Asset Discovery”, „Shadow AI Detection” und „AI Protect” reagiert Zscaler auf die wachsende Nachfrage nach Kontrolle über KI-Applikationen im Unternehmensumfeld. Sie könnten die Net-Retention-Rate auch in Zukunft hoch halten.

Umsatz nach Regionen – Amerika dominierend

Betrachtet man die Umsatzstruktur nach Regionen, so entfielen im Geschäftsjahr 2025 rund 51 Prozent des Umsatzes auf Amerika, 30 Prozent auf die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) und 16 Prozent auf den Asien-Pazifik-Raum. EMEA ist dabei ein strategischer Schwerpunkt, insbesondere angesichts der neuen Datensouveränitätsfunktionen, die Zscaler im März 2026 für europäische Regulierungsanforderungen ausgebaut hat. Der Markt bietet noch einiges an Potenzial, hat aber auch seine Besonderheiten. Die geografische Expansion zeigt vor allem die Ambition, zu einem Weltkonzern heranzuwachsen. Die Strukturen sind gelegt, nun müssen sie nur noch ausgebaut werden. Das ist allerdings nicht immer leicht, da der Markt einige entscheidende Besonderheiten aufweist.

Der Cybersecuritymarkt von Zscaler

Innerhalb dieses breiten Marktes ist das Unternehmen vor allem im Bereich der cloudbasierten Sicherheit tätig. Dieses Segment ist in den letzten Jahren stark gewachsen, da immer mehr Unternehmen ihre Anwendungen und Daten in die Cloud verlagert haben. Im Unterschied zu traditionellen Sicherheitsanbietern, die auf lokale Hardware wie Firewalls setzen, verfolgt Zscaler einen vollständig cloudnativen Ansatz. Das bedeutet, dass Sicherheitsfunktionen nicht mehr im Unternehmensnetzwerk selbst installiert werden, sondern über eine weltweit verteilte Cloud-Infrastruktur bereitgestellt werden. Dadurch können Nutzer unabhängig von ihrem Standort sicher auf Anwendungen und Daten zugreifen. Ein zentrales Marktsegment, in dem Zscaler tätig ist, ist das sogenannte Zero-Trust-Modell. Dieses Sicherheitskonzept basiert auf der Annahme, dass keinem Nutzer oder Gerät automatisch vertraut wird – selbst wenn es sich innerhalb des Unternehmensnetzwerks befindet. Stattdessen wird jeder Zugriff kontinuierlich überprüft. Zscaler gehört hier zu den Pioneer, gleichzeitig auch zu den führenden Anbietern, die diese Architektur in großem Maßstab als Cloud-Service bereitstellen. Darüber hinaus ist Zscaler auch ein wichtiger Akteur im Bereich des Secure Access Service Edge (SASE). Dabei handelt es sich um einen relativ neuen Markt, der Netzwerksicherheit und Netzwerkfunktionen in einer einheitlichen Cloud-Plattform kombiniert. Das Ziel besteht darin, Unternehmen eine flexible, skalierbare und zentral verwaltbare Sicherheitslösung bereitzustellen, die den Anforderungen moderner, cloudbasierter IT-Umgebungen gerecht wird.

Chancen und Risiken der Zscaler-Aktie

In diesen Märkten ergeben sich für Zscaler sowohl Chancen als auch relevante Risiken, die eng mit den technologischen Entwicklungen sowie der Wettbewerbssituation verbunden sind.

Quelle: AI-Insights von aktien.guide

Die weiterhin starke Verlagerung von IT-Infrastruktur in die Cloud zählt dabei zu den größten Chancen. Immer mehr Unternehmen ersetzen klassische, lokal betriebene Systeme durch cloudbasierte Anwendungen. Das erhöht automatisch den Bedarf an neuen Sicherheitslösungen. Da Zscaler von Beginn an auf ein cloudnatives Modell gesetzt hat, ist es also gut positioniert, um von diesem strukturellen Wandel zu profitieren. Der Trend zu Remote- und Hybridarbeit verstärkt diese Entwicklung zusätzlich, da sichere Zugriffe von überall benötigt werden. Ein weiterer wichtiger Wachstumstreiber ist auch das steigende Bewusstsein für Cyberrisiken. Angriffe werden häufiger und komplexer, sodass Unternehmen gezwungen sind, ihre Sicherheitsstrategien zu modernisieren. KI beschleunigt diese Entwicklung nochmals. In diesem Zusammenhang gewinnt das Zero-Trust-Modell zunehmend an Bedeutung. Auch neue Marktsegmente wie SASE bieten zusätzliches Wachstumspotenzial, da viele Unternehmen ihre Netzwerk- und Sicherheitsarchitektur derzeit grundlegend neu aufbauen. Zu den Chancen kann man auch die künstliche Intelligenz selbst zählen. KI schafft für Zscaler eine Doppelchance: Einerseits steigen die Bedrohungen durch KI-gestützte Angriffe, was den Bedarf an fortschrittlichen Abwehrlösungen erhöht. Andererseits kann Zscaler KI selbst einsetzen, um die Erkennungsrate zu verbessern und neue Produkte wie AI Protect zu monetarisieren. Auch kann KI die Effizienz des Geschäftsmodells erhöhen – mit weniger Personal mehr erreichen.

Gleichzeitig bestehen aber auch Risiken. Eines liegt in der technologischen Dynamik des Marktes. Sicherheitsanforderungen und Angriffsmethoden entwickeln sich ständig weiter, sodass Zscaler kontinuierlich in Innovation investieren muss. Sollte es dem Unternehmen dann mal nicht gelingen, mit neuen Technologien Schritt zu halten oder Sicherheitslücken schnell zu schließen, könnte dies zu einem Vertrauensverlust der Kunden führen oder Rechtsrisiken auslösen. Hinzu kommt, dass das Geschäftsmodell stark auf wiederkehrenden Cloud-Umsätzen basiert. Das ermöglicht zwar stabile Einnahmen, bringt aber auch hohe Erwartungen an kontinuierliches Wachstum mit sich. Eine Verlangsamte Nachfrage oder gekürzte Kundenbudgets aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten könnten sich da schnell negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Ein weiteres Risiko besteht im Wettbewerb. Die Konkurrenz im Cybersecurity-Markt ist aufgrund niedriger Eintrittsbarrieren intensiv und umfasst sowohl etablierte IT-Konzerne als auch spezialisierte Anbieter. Gut ist, dass sich Zscaler auf Wachstumsbereiche des IT-Sicherheitsmarktes spezialisiert hat. Doch auch hier ist die Entwicklung dynamisch. Große Unternehmen verfügen heute über erhebliche Ressourcen und bestehende Kundenbeziehungen. Dadurch können sie ihre eigenen cloudbasierten Sicherheitslösungen aggressiv ausbauen. Vor allem durch KI-Coding wird es immer günstiger, Softwareprodukte zu produzieren. Am Ende könnte dadurch der Preisdruck steigen oder das Wachstum von Zscaler gebremst werden.

Wettbewerb

Zscaler konkurriert mit klassischen Netzwerksicherheitsanbietern sowie mit neuen, cloudnativen Spezialisten. Zudem verschwimmen die Grenzen zwischen Netzwerk- und Sicherheitslösungen zunehmend, was den Wettbewerbsdruck zusätzlich erhöht.

Quelle: AI-Insights von aktien.guide

Zu den wichtigsten Wettbewerbern zählen große, etablierte Technologiekonzerne wie Palo Alto Networks, Cisco und Fortinet. Diese Unternehmen haben sich im Bereich der Netzwerksicherheit eine starke historische Position erarbeitet und investieren stark in den Ausbau ihrer Cloud- und SASE-Angebote. Ihr Vorteil liegt vor allem in ihrer Größe, ihrer globalen Kundenbasis und der Möglichkeit, integrierte Komplettlösungen anzubieten. Daneben gibt es spezialisierte Cloud-Sicherheitsanbieter wie Cloudflare oder Netskope, die von Anfang an auf cloudnative Architekturen gesetzt haben. Diese Wettbewerber sind ebenfalls stark innovativ und fokussieren sich auf einzelne Teilbereiche wie Web-Sicherheit, Datenkontrolle oder Zero-Trust-Zugriffe. Ein Blick auf die größten Akteure zeigt, wie gut der Markt läuft. Sie alle weisen ein starkes Wachstum auf. Zscaler ist einer der kleineren Akteure auf dem Markt.

Quelle: Peer-Group-Vergleich Umsatz 10 Jahre der Zscaler-Aktie

Ihr Wachstum verlangsamt sich jedoch stetig, was auf eine Marktsättigung hindeuten könnte. Dennoch ist das Wachstum überzeugend. Alle verzeichnen durchweg zweistellige Umsatzzuwachsraten.

Quelle: Peer-Group-Vergleich Umsatzwachstum 10 Jahre der Zscaler-Aktie

Auch große Cloud-Plattformen wie Microsoft oder Amazon sind ein Wettbewerbsfaktor. Diese Anbieter integrieren zunehmend Sicherheitsfunktionen direkt in ihre Cloud-Ökosysteme. Dadurch können sie Teile der Wertschöpfungskette selbst abdecken und setzen damit externe Spezialanbieter wie Zscaler unter Druck – insbesondere, wenn Kunden ihre IT stark auf eine einzelne Plattform ausrichten.

Trotz dieses intensiven Wettbewerbs verfügt Zscaler über einige Differenzierungsmerkmale. Dazu gehören vor allem die konsequent cloudnative Architektur und die frühe Fokussierung auf das Zero-Trust-Modell. Dennoch bleibt der Markt stark umkämpft. Langfristig wird es entscheidend sein, ob Zscaler seine technologische Führungsposition behaupten kann und gleichzeitig mit der Skalierung sowie den integrierten Angeboten großer Konkurrenten Schritt halten kann. Blickt man auf die Burggräben, könnte das gar nicht mal so schlecht aussehen.

Moat und Wettbewerbsvorteile

Zscaler steht zwar im Wettbewerb, verfügt aber über mehrere strukturelle Wettbewerbsvorteile. Sein Burggraben – also seine nachhaltigen Wettbewerbsvorteile – ergibt sich vor allem aus seiner Architektur, seinem Geschäftsmodell und seiner Positionierung im Markt. Ein wesentlicher Unterschied liegt in der technischen Grundlage. Während viele Wettbewerber wie Cisco oder Palo Alto Networks aus der Welt der Hardware-Firewalls kommen und ihre Lösungen nachträglich in die Cloud erweitert haben, wurde Zscaler von Anfang an als vollständig cloudnative Plattform entwickelt. Das bedeutet, dass der gesamte Datenverkehr der Kunden über die globale Cloud-Infrastruktur von Zscaler geleitet und dort überprüft wird, statt über lokale Geräte im Unternehmensnetzwerk. Aufgrund ihrer langjährigen Entwicklung und ihrer weltweit verteilten Infrastruktur ist diese Architektur schwer nachzubauen. Ein weiterer Teil des Burggrabens ist der Netzwerkeffekt durch Daten. Da Zscaler täglich enorme Mengen an Datenverkehr analysiert, kann des Bedrohungen schneller erkennen und seine Schutzmechanismen kontinuierlich verbessern. Je mehr Kunden die Plattform nutzen, desto besser wird sie – ein Effekt, der neuen Wettbewerbern den Einstieg erschwert. Hinzu kommt der strukturelle Vorteil durch das Zero-Trust-Modell. Zscaler ersetzt hier klassische Netzwerkarchitekturen, anstatt sie nur zu ergänzen. Viele Wettbewerber versuchen hingegen, bestehende Systeme schrittweise anzupassen, was gerne mal zu komplexeren und weniger effizienten Lösungen führt. Auch das Geschäftsmodell selbst trägt zum Burggraben bei. Zscaler verkauft seine Lösungen nämlich als abonnementbasierte Cloud-Services, die tief in die IT-Infrastruktur der Kunden integriert werden. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter ist daher mit erheblichem Aufwand verbunden, was zu hohen Wechselkosten führt und die Kundenbindung stärkt.

Die letzten Zscaler Quartalszahlen von Januar 2026

Am 26. Februar 2026 meldete Zscaler die Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 – das am 31. Januar 2026 endete – und übertraf gleich die Markterwartungen in nahezu allen Kategorien deutlich.

Quelle: Finanzdaten von Zscaler zum Q2-2026

Der Umsatz konnte um 26 Prozent auf 816 Millionen US-Dollar gesteigert werden. Das EBITDA war mit einem Rückgang von 20 Prozent auf -48 Millionen US-Dollar allerdings stark rückläufig. Grund hierfür sind erhöhte Forschungsaufwendungen sowie höhere Marketingausgaben. Der Fokus liegt damit weiterhin auf organischem Wachstum, wobei inzwischen auch Übernahmen getätigt werden. Mit einem Nettogewinn von -34 Millionen US-Dollar befindet man sich weiterhin an der Schwelle zur nachhaltigen Profitabilität. Gemessen an den Free Cashflows wurde diese allerdings schon länger erreicht. Im zweiten Quartal 2026 lag der Free Cashflow bei 169 Millionen US-Dollar, was einem Plus von 18 Prozent entspricht. Hauptgrund für die Differenz zum Nettogewinn sind nach wie vor die hohen aktienbasierten Vergütungen.

Quelle: Finanzdaten Cashflow von Zscaler zum Q2-2026

Es zeigt sich also, dass Zscaler weiterhin stark von den zentralen Megatrends im Cybersecurity-Markt profitiert, insbesondere von den Bereichen Cloud, Zero Trust und zunehmend auch künstlicher Intelligenz. Auffällig ist zudem, dass das Wachstum nicht nur aus einzelnen Produkten resultiert, sondern breit über mehrere strategische Säulen hinweg getragen wird. Das Management betont dabei die Bereiche AI Security, Zero Trust Everywhere und Data Security besonders. Zscaler positioniert sich damit zunehmend als Plattform und nicht nur als Anbieter von Einzellösungen. Genau das ist im Wettbewerb ein entscheidender Punkt, da Kunden zunehmend integrierte Sicherheitslösungen nachfragen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt im zweiten Quartal ist die Rolle der künstlichen Intelligenz als Wachstumstreiber. Zscaler versucht hier, sich früh als Sicherheitsplattform für die „KI-Ära“ zu positionieren. Die zunehmende Nutzung von KI in Unternehmen schafft neue Angriffsflächen und erhöht gleichzeitig die Komplexität der IT-Sicherheit. Die Tatsache, dass Zscaler gezielt in Themen wie KI-Governance, Schutz von KI-Anwendungen und sogar Sicherheit für autonome Agenten investiert, verdeutlicht außerdem, dass das Unternehmen den nächsten großen Technologiewandel aktiv mitgestalten will und nicht nur darauf reagieren möchte. Auch strategisch wird deutlich, dass Zscaler weiter auf Expansion setzt. Akquisitionen wie die von Red Canary oder SquareX sowie Partnerschaften mit großen Cloud-Ökosystemen zeigen am Ende auch, dass das Unternehmen gezielt Fähigkeiten hinzukauft und sein Plattformangebot erweitert. Gleichzeitig wird die globale Infrastruktur ausgebaut – was wichtig ist, um die steigende internationale Nachfrage bedienen zu können und regulatorische Anforderungen zu erfüllen.

Zscaler-Aktie Prognose 2026

Die Prognose von Zscaler zeichnet für die kommenden Quartale insgesamt ein sehr solides und zugleich selbstbewusstes Bild. Für das dritte Quartal wird beispielsweise weiterhin ein starkes Wachstum erwartet, allerdings mit einer leichten Normalisierung gegenüber den zuvor noch höheren Raten. Der Umsatz soll bei rund 834 bis 836 Millionen US-Dollar liegen, was einem Wachstum von etwa 23 Prozent entspricht. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Profitabilität überproportional zunimmt. So soll das operative Ergebnis (Non-GAAP) um rund 28 bis 29 Prozent wachsen und auch der bereinigte Gewinn pro Aktie wird sich auf etwa einen US-Dollar erhöhen.

Noch interessanter ist der Blick auf das Gesamtjahr 2026, da hier die Richtung klarer wird. Der erwartete Jahresumsatz liegt bei etwa 3,3 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von immer noch rund 24 Prozent entspricht. Auch die zentrale Kennzahl für SaaS-Unternehmen, der Annual Recurring Revenue (ARR), wurde nach oben korrigiert und soll bei etwa 3,7 Milliarden US-Dollar liegen. Besonders stark fällt die Entwicklung der Profitabilität aus. Das bereinigte operative Ergebnis soll im Gesamtjahr 2026 um etwa 28 bis 29 Prozent wachsen und der bereinigte Gewinn pro Aktie wird nun bei knapp vier US-Dollar je Anteilsschein erwartet.

Quelle: Analystenmeinungen zur Umsatz- und Gewinnentwicklung von Zscaler

Auch die Analysten sehen die Entwicklungen ähnlich. Sie erwarten durchweg ein deutlich zweistelliges Wachstum, das sich nur langsam abschwächt. Die Nettomarge sollte hingegen deutlich aufdrehen und in den 2030er Jahren bei über 30 Prozent liegen. 

Wichtige Kennzahlen der Zscaler-Aktie aus der HGI-Analyse

Die High-Growth-Investing-Analyse zeigt bei Zscaler ein insgesamt solides, wenn auch nicht mehr ganz makelloses Bild eines reiferen Wachstumsunternehmens. Insgesamt wird hier ein HGI-Score von 12 Punkten erreicht. Das ist zwar gut, aber keine absolute Spitzenklasse.

Quelle: HGI-Score der Zscaler-Aktie

Hervorzuheben ist vor allem die Qualität des Geschäftsmodells. Mit einer Bruttomarge von rund 77 Prozent zählt Zscaler zu den effizientesten SaaS-Unternehmen. Auch der Rule-of-40-Score von über 50 Prozent ist sehr gut und signalisiert eine gute Balance zwischen Wachstum und Free-Cashflow-Profitabilität. Dies ist ein wichtiger Indikator dafür, dass das Unternehmen nicht nur wächst, sondern langfristig nicht unbedingt erhöhten Finanzierungsbedarf aufweist. Verwässert werden Aktionäre dennoch, was auch an den hohen aktienbasierten Vergütungen liegt.

Ebenfalls solide ist die Bewertung im aktuellen Marktumfeld. Ein EV/Sales-Verhältnis von etwa 7,6 ist für ein wachsendes Cybersecurity-Unternehmen nicht überzogen, insbesondere, wenn man die Entwicklung der Profitabilität berücksichtigt. Das PEG-Ratio, das die Bewertung ins Verhältnis zum Wachstum setzt, kann aufgrund von Verlusten und rückläufigen Ertragskennzahlen leider nicht errechnet werden. Unter Zugrundelegung bereinigter Werte könnte im Idealfall jedoch auch hier noch ein Punkt herausspringen.

Andererseits wird aber auch eine klare Schwäche sichtbar: das nachlassende Wachstumstempo. Während Zscaler vor einigen Jahren noch Wachstumsraten von über 40 Prozent erreicht hat, liegt das aktuelle Wachstum nur noch bei rund 24 Prozent. In der HGI-Systematik führt dies zu einer schlechteren Bewertung in dieser Kategorie. Das Unternehmen befindet sich somit in einer Übergangsphase von hyperstarkem Wachstum zu einer reiferen Wachstumsphase, was Auswirkungen auf die Bewertung haben dürfte.

Bewertung der Zscaler-Aktie

Die Bewertung von Zscaler ist wohl das strittigste Thema rund um die Aktie. Nach dem Kursrückgang von über 55 Prozent seit dem Mehrjahreshoch im Jahr 2025 hat sich das Bild zwar verbessert, die Bewertung bleibt jedoch anspruchsvoll.

Quelle: Bewertungen der Zscaler-Aktie

Das Forward-KGV ist nach wie vor negativ. Auf Non-GAAP-Basis beträgt es rund 39, berechnet auf Basis des erwarteten bereinigten EPS für 2026 in Höhe von rund vier US-Dollar. Die Bewertung lässt sich besser am Umsatzmultiplikator erklären. Das erwartete Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) liegt hier bei rund 7,2, das EV/Sales-Ratio etwas unter 7. Gemessen am Free Cashflow müssen Anleger aber nur noch einen Faktor von rund 26 bezahlen. Zur Einordnung: In Boomzeiten handelte Zscaler mit einem EV/Sales von 30 bis 40 und einem Free-Cashflow-Multiplikator von über 300 – die aktuelle Bewertung ist somit historisch günstig.

Quelle: Entwicklung von Bewertungsmultiplikatoren der Zscaler-Aktie

Diese Entwicklung ist allerdings auch durch einen stetigen Verfall der Wachstumsraten erklärbar. Während das Unternehmen vor fünf Jahren noch ein Umsatzwachstum von über 60 Prozent verzeichnete, sind es heute nur noch etwas über 20 Prozent. Diese Verlangsamung rechtfertigt grundsätzlich eine niedrigere Bewertung als in der Vergangenheit. Entscheidend ist jedoch auch die Dynamik und die Richtung, in die es geht. Und gerade hier hat sich in den letzten Quartalen eine Stabilisierung des Wachstumstempos auf hohem Niveau abgezeichnet, was positiv zu bewerten ist. Bei der Bewertung muss allerdings auch die hohe Qualität des Geschäftsmodells berücksichtigt werden. Die Bruttomarge von über 76 Prozent zeigt, dass Zscaler ein äußerst skalierbares SaaS-Modell hat. Noch wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass das Unternehmen heute schon starke Cashflows generiert. Dadurch hebt sich Zscaler von vielen anderen Wachstumsunternehmen ab, die noch nicht auf Ebene der Cashflows profitabel sind. Investoren sind daher eher bereit, einen moderaten Bewertungsaufschlag zu akzeptieren, sofern das Wachstum und die Perspektive stimmen. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Marktposition. Zscaler ist in strukturell wachsenden Bereichen wie Zero Trust und Cloud Security tätig und gilt dort als technologischer Vorreiter. Diese Position rechtfertigt ebenfalls eine Prämie. Gleichzeitig begrenzen jedoch mehrere Faktoren die Bewertung nach oben. Neben dem verlangsamten Wachstum ist vor allem der intensive Wettbewerb durch große Anbieter wie Microsoft oder Palo Alto Networks ein Makel. Diese Konkurrenz erhöht die Unsicherheit darüber, wie stark und wie lange Zscaler seine Wachstumsraten halten kann.

Fazit zur Zscaler-Aktie

Zscaler ist ein strukturell starkes Unternehmen, das von einem klaren Megatrend profitiert: Zero Trust, KI-Sicherheit und Cloud-Migration. Sie werden die Nachfrage nach Zscaler’s Plattform auf absehbare Zeit stützen. Und auch die Ergebnisse des zweiten Quartals des Geschäftsjahres 2026 zeigen, dass das Unternehmen operativ liefert. Hier gab es 26 Prozent Umsatzwachstum, stabile Margen, ein starker Free Cashflow und ein Kundenstamm auf Rekordniveau. Die Umsatzverlangsamung ist damit erst einmal gestoppt. Auch der Blick in die Zukunft verrät, dass das Wachstum nur leicht an Tempo verlieren soll. Gleichzeitig bleiben aber Risiken bestehen. Die GAAP-Verluste, das ambitionierte Forward-Vielfache und der intensive Wettbewerb durch Palo Alto Networks und CrowdStrike sind nicht zu unterschätzende Faktoren. Zudem muss sich erst zeigen, ob KI ein elementarer Wachstumstreiber wird oder doch eine essentielle Bedrohung darstellen könnte.

Quelle: Analystenmeinungen zur Zscaler-Aktie

Der Analystenkonsens von Experten lautet „Kaufen” mit einem mittleren Kursziel von 316,20 US-Dollar – ein Wert, der deutlich über dem aktuellen Niveau liegt. Eine Rückkehr zu den alten Höchstständen könnte somit möglich sein, sofern sich das Wachstumstempo wieder beschleunigt und die Perspektiven entsprechend verbessern. Andernfalls könnte die Entwicklung des Aktienkurses schwach bleiben, vor allem, da weiterhin hohe Erwartungen eingepreist sind. Wer einen größeren Discount oder Risikopuffer auf die Zscaler-Aktie haben möchte, kann sich im aktien.guide einen Alarm stellen, um sich den Titel erneut anzuschauen. Spannend finde ich hier einen Alarm-Wert nahe den alten Kurs-Tiefs aus dem Jahr 2023 bei rund 90 US-Dollar.

 

Der Autor und/oder mit dem aktien.guide verbundene Personen oder Unternehmen besitzen oder können Anteile von Zscaler besitzen. Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar. Bitte beachte die rechtlichen Hinweise.