Aktien Blog mit kostenlosen Aktienanalysen von Topscorer Aktien

monday.com Aktienanalyse: SaaS-Plattform mit 24 % Wachstum fast geschenkt!

Geschrieben von Frank Seehawer | 17.6.2026
Inhaltsverzeichnis
  1. Unternehmensprofil – cloudbasiertes Projektmanagement-Tool
  2. Die letzten monday.com Quartalszahlen von März 2026
  3. monday.com-Aktie Prognose 2026
  4. Wichtige Kennzahlen der monday.com-Aktie aus der HGI-Analyse
  5. Bewertung der monday.com-Aktie
  6. Fazit zur monday.com-Aktie

Stell dir ein Unternehmen vor, das in weniger als einem Jahrzehnt einen Jahresumsatz von über 1,2 Milliarden US-Dollar aufgebaut hat, noch mit deutlich über 20 Prozent wächst und dann noch zum 10-fachen des jährlichen Free Cashflows zu haben ist — und das in einem der härtesten Wettbewerbsfelder der Softwarebranche. Auf monday.com (ISIN: IL0011762130) trifft all dies zu. Die Equity Story dahinter ist strategisch klar. Das israelische Technologieunternehmen hat sich vom einfachen Projektmanagement-Tool zu einer breit aufgestellten „AI Work Platform" entwickelt, die Aufgaben nicht nur verwaltet, sondern selbstständig ausführt. Zwei große Megatrends treiben das Geschäftsmodell im Big-Picture an: die Digitalisierung von Arbeitsprozessen in Unternehmen jeder Größe sowie der rasante Aufstieg künstlicher Intelligenz als produktivitätssteigerndes Werkzeug. Hinzu kommt, dass monday.com seinen adressierbaren Markt deutlich ausweitet — von klassischem Projektmanagement über CRM-Lösungen bis hin zu KI-gestützten Serviceplattformen. Genau so werden aus kleinen Unternehmen multinationale Konzerne.

Quelle: Entwicklung des monday.com-Aktienkurses

An der Börse spiegelt sich diese Erfolgsgeschichte nicht ganz adäquat wider. Die Monday-Aktie hat allein in den vergangenen zwölf Monaten eine drastische Korrektur durcherlebt. Ausgehend von einem 52-Wochen-Hoch von rund 314 US-Dollar fiel der Kurs bis auf ein Tief unter 58 US-Dollar — ein Rückgang von über 70 Prozent vom Hoch.

Aktuell notiert die Aktie mit rund 85 US-Dollar wieder leicht erholt. Dennoch liegt das Kursminus seit dem IPO bei über 50 Prozent. Die aktuelle Marktkapitalisierung von rund 4,4 Milliarden US-Dollar könnte dagegen noch Potenzial besitzen, betrachtet man den TAM. Die Skepsis der Investoren ist dabei nicht auf fundamentale Schwächen zurückzuführen, sondern primär auf makroökonomische Faktoren: Die Angst vor einer KI-bedingten Disruption des klassischen SaaS-Modells (Das Pre-Seat-Pricing gerät Druck) sowie breit angelegte Gewinnmitnahmen im Technologiesektor belasteten massiv die Bewertung. Hinzu kamen Unsicherheiten über das Tempo der KI-Monetarisierung – Fragen, die das Management bisher nur teilweise beantworten konnte. Für Privatanleger stellt sich nun die entscheidende Frage: Bietet der Kursrückgang eine Einstiegschance bei einem fundamental soliden Wachstumsunternehmen – oder preist der Markt berechtigte strukturelle Risiken ein? Die nachfolgende monday.com-Aktienanalyse verrät mehr.

Unternehmensprofil – cloudbasiertes Projektmanagement-Tool

monday.com entstand ursprünglich als internes Projektmanagement-Tool bei Wix.com, um das rasante Wachstum und die internen Kommunikationsprobleme des Homepage-Baukastens im Jahr 2010 zu bewältigen. Aufgrund des großen Erfolgs des Systems gründeten der damalige Wix-Manager Roy Mann und Eran Zinman das Projekt im Jahr 2012 als eigenständiges Start-up unter dem Namen „daPulse” aus. Wix fungierte dabei direkt als erster Großkunde und wichtiger Unterstützer. Nach der Umbenennung in monday.com im Jahr 2017 entwickelte sich das ehemalige interne Firmenwerkzeug schließlich zu einem eigenständigen Milliardenunternehmen. Heute gilt monday.com als einer der führenden und am schnellsten wachsenden Anbieter für flexibles Projektmanagement und Work-OS-Plattformen. Im Juni 2021 folgte schließlich der Gang an die Technologiebörse Nasdaq zum Ausgabepreis von 155 US-Dollar je Aktie bzw. 6,8 Milliarden US-Dollar.

Quelle: Einnahmequellen von monday.com

Das Geschäftsmodell basiert auf dem SaaS-Prinzip (Software as a Service), mit dem bereits zahlreiche andere Softwarekonzerne erfolgreich geworden sind. Die Vorteile dieses Vertriebsmodells liegen auf der Hand. Kunden zahlen nur monatliche oder jährliche Lizenzgebühren, deren Höhe sich nach der Nutzerzahl und dem gewählten Funktionsumfang richtet. Es ist für Kunden flexibler einsetzbar und spart zunächst Kapital, da keine teuren Einmallizenzen gekauft werden müssen. Dafür zahlen sie im Laufe der Jahre jedoch deutlich mehr. Bei monday.com verläuft es spiegelbildlich: Zunächst kommt aufgrund des Wegfalls der Einmallizenz weniger herein, dann aber im Laufe der Jahre deutlich mehr. Vor allem die hohe Planbarkeit ist für monday.com und sein Geschäftsmodell von großem Vorteil.

Angeboten werden derzeit vier Hauptprodukte, die jeweils auf unterschiedliche Workflows und Unternehmensbereiche zugeschnitten sind.

  • monday Work Management (das Kernprodukt für Aufgaben- und Projektmanagement),
  • monday CRM (Kundenbeziehungsmanagement),
  • monday Service (IT-Service-Management) und
  • monday Dev (Softwareentwicklung). Alle Produkte laufen auf einer gemeinsamen Datenplattform und nutzen dieselbe KI-Schicht, die autonome Agenten ermöglicht.

Quelle: AI-Insights von aktien.guide zur Führung von monday.com

Die Co-CEOs Roy Mann und Eran Zinman sowie CFO Eliran Glazer sind elementare Figuren im Konzern. Sie richten das Unternehmen strategisch auf die Skalierung im Enterprise-Segment aus. Kunden mit einem jährlichen wiederkehrenden Umsatz (ARR) von über 50.000 US-Dollar stellen bereits 41 Prozent des Gesamtumsatzes. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie ist die Entwicklung und Monetarisierung von KI-Features.

Quelle: Entwicklung der Aktienanzahl und EPS von monday.com

Die Kapitalallokation zeigt hingegen klare Prioritäten: So hat das Unternehmen im ersten Quartal 2026 eigene Aktien im Wert von 553 Millionen US-Dollar zurückgekauft – ein deutliches Signal des Managements, dass es die aktuelle Bewertung für zu niedrig hält. Damit die Aktionäre jedoch auch von steigenden EPS profitieren können, müsste noch deutlich mehr zurückgekauft werden. Dennoch ist der genehmigte Betrag von 870 Millionen US-Dollar im Verhältnis zur Marktkapitalisierung von 4,4 Milliarden US-Dollar nicht gering.

Was zeichnet den Markt aus? Fragmentierung und KI-Disruption

Der Markt für Work-Management-Software ist fragmentiert, dynamisch und hart umkämpft. Monday.com positioniert sich hier in gleich mehreren sich überschneidenden Segmenten wie dem klassischen Projektmanagement, CRM, IT-Service-Management und der KI-gestützten Prozessautomatisierung. Diese Überschneidungen bieten Wachstumschancen, erhöhen jedoch auch den Wettbewerbsdruck. Zu den wichtigsten direkten Wettbewerbern zählen Asana (Umsatz TTM von circa 800 Millionen US-Dollar, Fokus auf strukturierte Teamkollaboration), Smartsheet (nach der Übernahme durch Blackstone/Vista Equity Partners für 8,4 Milliarden US-Dollar nun privat geführt), ClickUp (hohe Funktionstiefe zu niedrigen Preisen), Notion (Kombination aus Wissensdatenbank und Projektmanagement) sowie Atlassian mit seinen Produkten Jira und Trello (Jahresumsatz TTM von 6,2 Milliarden US-Dollar, starke Entwicklerausrichtung).

Quelle: Entwicklung von Umsätzen der moday.com-Peer; aktien.guide Charts

Hinzu kommt der strukturelle Druck durch große Technologieanbieter wie Microsoft. Der Konzern aus Redmond integriert Planner, Project und Teams immer stärker in das eigene Microsoft-365-Ökosystem. Dieser Bundling-Effekt ist insbesondere im Enterprise-Segment gefährlich, da IT-Entscheidungen dort oft pauschal zugunsten des Microsoft-Stacks getroffen werden. Es zeigen sich im Wettbewerb heute drei Trends: die Tiefe und Qualität von KI-Funktionen (autonome Agenten vs. Co-Pilot-Assistenten), die Skalierbarkeit für Großunternehmen und die Benutzerfreundlichkeit für nichttechnische Teams. monday.com positioniert sich im Wettbewerb als die intuitivste Plattform für bereichsübergreifende Workflows – ein Vorteil, der sich in der hohen Kundenzufriedenheit und der Plattformabdeckung über mehrere Unternehmensbereiche widerspiegelt. Die Bundling-Power größerer Player darf jedoch nicht unterschätzt werden.

Chancen und Risiken

monday.com verfügt über mehrere konkrete Wachstumstreiber. Da wäre zunächst der Übergang zur KI-Arbeitsplattform zu nennen. Er eröffnet einen neuen Monetarisierungskanal. Laut Management entfielen bereits im ersten Quartal 2026 rund 10 Prozent des Net New ARR auf KI-Produkte – bei einem Gesamtmarkt für KI-gestützte Unternehmenssoftware, der bis 2030 auf über 300 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Außerdem wächst das eigene Ökosystem, mittlerweile auch durch Übernahmen wie die Akquisition von One AI (Voice-Agenten-Technologie) im Mai 2026. Wachstumspotenzial existiert aber auch im attraktiven Enterprise-Segment: Kunden mit mehr als 500.000 US-Dollar ARR verzeichnen Rekordwerte beim Kundenzuwachs. Das neue Preismodell „Seats + Credits” könnte mittelfristig zu einer deutlichen Umsatzbeschleunigung führen, sobald die Agenten-Monetarisierung anzieht.

Die Risiken sind jedoch substanziell. So besteht beim Übergang zum neuen Preismodell ein Monetarisierungsrisiko, da die Einführung von AI-Credits bei Bestandskunden über Opt-in-Mechanismen komplex ist und nur langsam vorangeht. Außerdem könnte ein Rückgang der Net-Dollar-Retention drohen: Sie lag zuletzt bei 110 Prozent und wird laut Management in der zweiten Jahreshälfte 2026 weiter sinken – vor allem, da Preiserhöhungen aus dem Jahr 2024 auslaufen (Lapping-Effekt). Nicht zuletzt könnten auch steigende KI-Compute-Kosten die aktuell hohe Bruttomarge von 89 Prozent unter Druck setzen. Das Bewertungsrisiko bleibt dagegen bestehen, auch wenn die Aktie aktuell nur mit einem EV/Sales-Multiple von rund 2,4 gehandelt wird. Technologie ist kurzlebig und anfällig für Disruptionen.

Die letzten monday.com Quartalszahlen von März 2026

Blick man auf die letzten Quartalszahlen von monday.com, so sahen diese recht ordentlich aus. Der SaaS-Spezialist erzielte im ersten Quartal 2026 ein solides Ergebnis und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich. Mit 351 Millionen US-Dollar lag der Umsatz deutlich über den Erwartungen der Analysten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Anstieg von fast einem Viertel. Auch das Ergebnis erhöhte sich deutlich.

Quelle: Finanzdaten von monday.com

So legte das operative Ergebnis beispielsweise um mehr als 102 Prozent zu. Die operative Marge stieg damit auf fast 5,7 Prozent. Auf Non-GAAP-Basis wurden sogar 14 Prozent erreicht. Der Free Cashflow belief sich auf 102 Millionen US-Dollar, was einer FCF-Marge von starken 29 Prozent entspricht. Die hohen Mittelzuflüsse werden zunehmend für Aktienrückkäufe genutzt.

Quelle: Cashflow-Rechnung von monday.com

Im ersten Quartal kaufte monday.com eigene Aktien im Wert von 553 Millionen US-Dollar zurück. Zum Berichtszeitpunkt verblieben damit noch 182 Millionen US-Dollar aus der bestehenden Rückkaufsermächtigung. Der Cash-Bestand zum Quartalsende lag bei 1,2 Milliarden US-Dollar.

Quelle: AI-Insights von monday.com zum Q1-Earnings Call

Aus strategischer Sicht ist die Quartalsaussage des Managements von entscheidender Bedeutung. Deshalb haben wir ein KI-Tool entwickelt, das den Earnings Call zusammenfasst. Hier wird deutlich, dass die Plattform konsequent zur „AI Work Platform“ umgebaut wird. Das neue Datenbankupdate „monday DB 3.0” soll die Verarbeitungskapazität um das Hundertfache erhöhen und damit KI-Workloads im großen Maßstab ermöglichen. Die Basis von 250.000 Kunden stellt dabei einen Datenvorteil dar, der von Wettbewerbern nur schwer zu replizieren ist. Auf dem Earnings Call dominierten drei Themen, die von den Analysten angesprochen wurden: der erwartete NDR-Rückgang durch das Preis-Lapping, die konkrete Monetarisierung des neuen Seats+Credits-Modells und die Entwicklung der KI-Compute-Kosten. Das Management bestätigte außerdem, dass der Agenten-Umsatz noch nicht signifikant in der Jahresprognose 2026 berücksichtigt ist, was sowohl als Risiko (die Prognose könnte zu optimistisch sein) als auch als Chance (Upside bei schnellerer Adoption) interpretiert werden kann.

monday.com-Aktie Prognose 2026

Das Management von monday.com prognostiziert für das Gesamtjahr 2026 einen Umsatz zwischen 1,466 und 1,474 Milliarden US-Dollar. Dies entspräche einem Wachstum von 19 bis 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwar würde sich das Wachstum damit gegenüber den 27 Prozent aus dem Jahr 2025 etwas verlangsamen, dennoch wäre monday.com weiterhin eines der am schnellsten wachsenden SaaS-Unternehmen seiner Größenklasse.

Beim bereinigten EBIT erwartet das Unternehmen einen Wert von 185 bis 191 Millionen US-Dollar, was einer operativen Marge von rund 13 Prozent entspricht. Die auf den ersten Blick moderate Profitabilität ist das Ergebnis einer bewusst investitionsorientierten Strategie. Das Management investiert derzeit erhebliche Mittel in den Ausbau der KI-Infrastruktur und nimmt dafür kurzfristig niedrigere Margen in Kauf.

Für den bereinigten freien Cashflow rechnet monday.com mit 280 bis 290 Millionen US-Dollar. Daraus ergibt sich eine Free-Cashflow-Marge von etwa 19 bis 20 Prozent. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der im Jahresverlauf beschleunigte Aktienrückkauf den Free Cashflow um rund 20 Millionen US-Dollar belastet.

Quelle: Umsatz- und Margenprognose 2026, 2027 bis 2033

Der Analystenkonsens für das Geschäftsjahr 2026 liegt bei einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden US-Dollar und damit leicht über dem oberen Ende der Unternehmensguidance. Für die Folgejahre erwarten Analysten dann eine moderate Wiederbeschleunigung des Wachstums, sobald die Monetarisierung der KI-Produkte und -Agenten stärker greift. Bemerkenswert ist, dass die aktuellen Schätzungen potenzielle Umsätze aus KI-Agenten bislang nur in geringem Umfang berücksichtigen. Sollte sich die Nachfrage in diesem Bereich positiv entwickeln, könnte sich daraus zusätzliches Aufwärtspotenzial für die Geschäftsentwicklung ergeben.

Wichtige Kennzahlen der monday.com-Aktie aus der HGI-Analyse

Der High-Growth-Investing-Score (HGI-Score) ist ein datenbasiertes Punktesystem, das Investoren dabei unterstützt, die weltweit vielversprechendsten Wachstumsaktien anhand ihrer Umsatzstärke, Profitabilität und finanziellen Stabilität zu identifizieren. Die monday.com-Aktie erreicht einen Score von 15 Punkten und hält damit Einzug in die Topscorer-Liste der HGI-Strategie.

Quelle: HGI-Score der monday.com-Aktie

Besonders auffällig ist das Enterprise-Value-to-Sales-Verhältnis (EV/Sales) von lediglich 2,1 für ein Softwareunternehmen, das weiterhin um rund 25 Prozent wächst und gleichzeitig eine Bruttomarge von nahezu 90 Prozent erzielt. Dieses Bewertungsniveau erscheint außergewöhnlich niedrig. Noch vor zwölf Monaten wurde die Aktie zu einem deutlich höheren Umsatzmultiple gehandelt. Die aktuelle Bewertung deutet darauf hin, dass der Markt erhebliche Risiken einpreist, die über die operativen Fundamentaldaten hinausgehen.

Quelle: Entwicklung von EV/Sales der Monday-com-Aktie

Besonders interessant erscheint auch das PEG-Ratio von lediglich 0,14. Diese Kennzahl setzt die Bewertung ins Verhältnis zum erwarteten Gewinnwachstum und wird häufig zur Einschätzung der relativen Attraktivität einer Aktie herangezogen. Ein PEG-Ratio von 1,0 gilt allgemein als faire Bewertung, während Werte deutlich darunter auf eine potenzielle Unterbewertung hindeuten. Das aktuelle Niveau signalisiert somit ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis, sofern die erwarteten Wachstumsraten tatsächlich erreicht werden.

Quelle: Entwicklung von Rule-of-40 Score der Monday-com-Aktie

Positiv hervorzuheben ist zudem der Rule-of-40-Score von 48,8 Prozent. Die sogenannte Rule of 40 ist eine wichtige Qualitätskennzahl im SaaS-Sektor und besagt, dass die Summe aus Umsatzwachstum und Free-Cashflow-Marge mindestens 40 Prozent betragen sollte. Unternehmen, die diese Schwelle überschreiten, gelten in der Regel als in der Lage, Wachstum und Profitabilität erfolgreich miteinander zu verbinden. Mit einem Wert von knapp 49 Prozent erfüllt monday.com dieses Kriterium deutlich. Allerdings fällt der Wert dieser Kennzahl stetig, maßgeblich aufgrund des nachlassenden Wachstums.

Dennoch kann man die Wachstumsentwicklung als bemerkenswert robust bezeichnen. Auf Basis der letzten zwölf Monate (TTM) liegt das Umsatzwachstum bei 25,4 Prozent und damit weiterhin auf einem hohen Niveau. Zwar hat sich das Wachstum in den vergangenen Jahren erwartungsgemäß schrittweise normalisiert – von 40,6 Prozent im Jahr 2023 über 33,2 Prozent im Jahr 2024 auf 26,8 Prozent im Geschäftsjahr 2025 –, doch stellt ein Wachstum von rund 25 Prozent für ein Unternehmen der heutigen Größenordnung weiterhin eine außergewöhnlich starke operative Leistung dar.

Bewertung der monday.com-Aktie

Wie im vorigen Kapitel geschrieben, fällt bei der monday.com-Aktie besonders die geringe Bewertung auf. Dies betrifft sowohl das geringe EV/Sales-Ratio von 2,1 als auch das überaus niedrige PEG-Ratio von 0,14. Beim KGV wird hingegen lediglich ein Wert von 32 erreicht. Abweichend davon liegt der Cashflow deutlich höher. Ausgehend von einem Free Cashflow TTM von rund 304 Millionen US-Dollar und einer Marktkapitalisierung abzüglich Schulden (Enterprise Value) von etwa 2,8 Milliarden US-Dollar ergibt sich ein Kurs-Cashflow-Verhältnis von 9,1. Angesichts der Wachstumsdynamik, der hohen Margenstruktur und der starken Cash-Generierung stellt dies grundsätzlich ein attraktives Bewertungsniveau dar und könnte ein langfristige Aufwärtspotenzial der Aktie unterstützen.

Quelle: Bewertungen der monday.com-Aktie

Auf den ersten Blick wirkt die vergleichsweise niedrige Bewertung von monday.com nicht intuitiv, da das Unternehmen weiterhin stark wächst, hohe Bruttomargen erzielt und bereits einen soliden Free Cashflow generiert. Dennoch wird die Aktie mit einem EV/Sales-Multiple bewertet, das eher für deutlich reifere Softwareunternehmen typisch ist. Der Hauptgrund dafür liegt hier jedoch weniger in der aktuellen Geschäftsentwicklung als vielmehr in den Erwartungen des Marktes für die kommenden Jahre.

Quelle: Entwicklung von Umsatzwachstum und Bewertungskennzahlen der monday.com-Aktie

Zentral ist die klar erkennbare Verlangsamung des Wachstums. Nach über 40 Prozent im Jahr 2023 und rund 33 Prozent im Jahr 2024 lag das Wachstum im Jahr 2025 noch bei etwa 27 Prozent. Für das Jahr 2026 werden nur noch rund 19 bis 20 Prozent erwartet. Entscheidend ist dabei nicht das aktuelle Wachstum, sondern die Frage, wie nachhaltig ein Niveau von über 20 Prozent tatsächlich ist. Der Markt scheint dabei zunehmend davon auszugehen, dass monday.com langfristig eher ein moderater wachsendes SaaS-Unternehmen mit 10 bis 15 Prozent Wachstum ist, was die niedrigere Bewertung teilweise erklären mag.

Hinzu kommt der intensive Wettbewerb im Markt für Work-Management-Software. Große Anbieter wie Microsoft, Atlassian oder Asana verfügen über erhebliche Ressourcen und könnten zentrale Funktionen von monday.com langfristig in ihre eigenen Plattformen integrieren. Dadurch besteht die Sorge, dass sich Wettbewerbsvorteile im Laufe der Zeit abschwächen und die Preissetzungsmacht sinkt. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz. Zwar investiert das Unternehmen stark in KI, doch ist noch unklar, ob diese Investitionen zu zusätzlichen Umsätzen oder lediglich zur Verteidigung bestehender Marktanteile führen werden. Der Markt bewertet diesen potenziellen Wachstumstreiber derzeit also eher vorsichtig, da der konkrete monetäre Effekt noch nicht sichtbar ist. Zudem spielt das makroökonomische Umfeld eine Rolle. Höhere Zinsen sind aus zweierlei Sicht ein Belastungsfaktor. Einerseits bremsen sie die wirtschaftliche Aktivität generell. An der Börse führen sie jedoch auch dazu, dass zukünftige Gewinne stärker abgezinst werden. Dadurch werden Wachstumsaktien generell niedriger bewertet als in einem Nullzinsumfeld. Auch der Unternehmenssitz in Israel erhöht die Risikoprämie aus Sicht institutioneller Investoren leicht.

Fazit zur monday.com-Aktie

Monday.com ist ein fundamental solides und profitables Wachstumsunternehmen mit einer überzeugenden Equity Story: Eine Bruttomarge von 89 Prozent, ein positiver Free Cashflow, eine starke Kundenbasis von 250.000 Unternehmen und ein Management mit klarem Fokus auf KI-Transformation zeichnen das Unternehmen aus. Die aktuelle Bewertung – basierend auf einem EV/Sales-Multiple von 2,1 – spiegelt die operativen Stärken des Unternehmens jedoch kaum wider.

Quelle: Analystenmeinungen zur monday.com-Aktie

Die Aktie bietet für langfristig orientierte Wachstumsinvestoren, die eine hohe Volatilität tolerieren, bei einem durchschnittlichen Analystenzielpreis von 114,75 US-Dollar ein kalkulierbares Aufwärtspotenzial von fast 45 Prozent. Drei Viertel der Analysten empfehlen den Kauf, keiner den Verkauf. Für den weiteren Kursverlauf entscheidend wird jedoch sein, wie schnell sich das neue KI-Preismodell monetarisieren lässt, ob die Net-Dollar-Retention Rate (NDR) stabilisiert werden kann und welche Auswirkungen steigende Compute-Kosten auf die Marge haben werden. Anleger sollten die Entwicklung von Agenten-Adoption, NDR-Trend und Compute-Impact in den kommenden Quartalen daher genau beobachten. Wie bei jedem Wachstumsunternehmen mit hoher Bewertungsvolatilität gilt es, Positionsgrößen diszipliniert zu halten und auf eine breite Diversifikation im Portfolio zu achten. Ein Alarm im aktien.guide kann dabei helfen, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Ein steigender HGI-Score wäre ein guter Ansatz, um positive Veränderungen zu erkennen.

Der Autor und/oder mit dem aktien.guide verbundene Personen oder Unternehmen besitzen oder können Anteile von monday.com  besitzen. Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keineAnlageberatung dar. Bitte beachte die rechtlichen Hinweise.