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Q2 2026: Darauf setzen die großen Investoren

Geschrieben von Lukas Langer | 27.8.2026
lnhaltsverzeichnis
  1. Die wichtigsten Trends im Q2 2026
  2. Berkshire Hathaway: Vom Verkäufer zum Käufer
  3. Steve Mandel: Auf Wachstum setzen
  4. David Tepper: Umschichten statt festhalten
  5. Was du daraus mitnehmen kannst

Die wichtigsten Trends im Q2 2026 

Welche Themen dominieren die Portfolios der Profis? Auch im zweiten Quartal 2026 drehen sich die großen Bewegungen um einige wiederkehrende Muster:

  • Uneinigkeit bei Big Tech. Künstliche Intelligenz und die großen Tech-Werte bleiben das bestimmende Thema. Doch die Profis positionieren sich völlig unterschiedlich, von großen Neukäufen bis zum kompletten Ausstieg.
  • Qualität und Preismacht. Unternehmen mit hohen Margen, wiederkehrenden Umsätzen und starker Marktstellung sind gefragt.
  • Umschichtung aus stark gelaufenen Aktien. Wer 2025 stark zugelegt hat, wird teils zugunsten günstiger bewerteter Namen abgebaut.
  • Zyklische Chancen. Einzelne Investoren rotieren aus dem Tech-Kern heraus in Industrie, Reise oder den US-Wohnungsbau.

Hinweis: Die zugrunde liegenden 13F-Daten sind zeitverzögerte Momentaufnahmen zum Quartalsende und keine Kaufempfehlung. Sie zeigen einen Stichtag in der Vergangenheit, nicht das tagesaktuelle Depot. In der Zwischenzeit kann sich ein Depot stark verändert haben.

Quelle: Investoren Portfolios

Berkshire Hathaway: Vom Verkäufer zum Käufer 

Bei Berkshire steht der auffälligste Richtungswechsel des Quartals. Nach 14 Quartalen in Folge, in denen der Konzern unterm Strich mehr Aktien verkauft als gekauft hat, war Berkshire im Q2 2026 wieder klarer Netto-Käufer. Der Wandel fällt in das erste Jahr unter dem neuen CEO Greg Abel, während Warren Buffett als Chairman an Bord bleibt.

Das gemeldete US-Depot war zum Quartalsende rund 299 Milliarden Dollar schwer und verteilt sich auf etwa 29 Positionen. Der Kern ist über Jahre stabil: Apple American Express und Coca-Cola bilden weiter die größten Positionen, gefolgt von Alphabet und Bank of America.

Der wichtigste Trade ist der große Einstieg bei Alphabet. Für einen traditionell tech-vorsichtigen Holdinggesellschaft ist das ein bemerkenswerter Schritt in Richtung Big Tech. Alphabet zählt damit zu den größten Positionen im Depot. Zusätzlich hat Berkshire beim Wohnungsbau zugegriffen, unter anderem bei Lennar und D.R. Horton, und Positionen wie Delta Air Lines aufgestockt. Auf der anderen Seite wurde die langjährige Bank-of-America-Position weiter reduziert und Constellation Brands ganz verkauft.

 

Quelle: Portfolio von Berkshire Hathaway

Steve Mandel: Auf Wachstum setzen

Mandels Fond Lone Pine Capital ist für einen wachstumsorientierten Investmentstil mit Fokus auf Unternehmen mit starken Marktpositionen bekannt. Zum Quartalsende umfasste das gemeldete Depot 34 Positionen mit einem Wert von etwa 16,4 Milliarden Dollar.

Der spannendste Punkt ist eine klare Umschichtung innerhalb des KI-Themas. Anfang 2026 war das Portfolio stark auf den KI-getriebenen Energiebedarf von Rechenzentren ausgerichtet. Im Q2 hat Mandel diese Wette vollständig aufgelöst und unter anderem Vistra und Talen Energy verkauft.

Ein Schwerpunkt der neuen Positionen liegt nun auf KI-Hardware und Dateninfrastruktur. Größte neue Position und zugleich neue Nummer eins im Depot ist Nebius, ein Anbieter von Cloud- und KI-Infrastruktur. Neu aufgebaut oder ausgebaut sind zudem Applied Materials und Seagate, während ASML weiter zu den größten Positionen zählt. Mit neuen Positionen wie Home Depot und dem Industriegase-Konzern Linde setzt Mandel zudem auf etablierte Unternehmen mit langfristigem Wachstumspotenzial. 

 

 


Quelle: Portfolio von Steve Mandel

David Tepper: Umschichten statt festhalten 

Tepper ist bekannt für seinen flexiblen Stil. Sein Depot umfasste zum Quartalsende rund 27 Positionen mit einem gemeldeten Wert von etwa 7,7 Milliarden Dollar.

An der Spitze stehen weiter Tech- und KI-nahe Werte: Amazon, Micron, Taiwan Semiconductor, Alphabet und Uber bilden die größten Positionen. Der interessante Teil steckt aber in den Umschichtungen.

Tepper hat bei der heiß gelaufenen KI-Speicheraktie Micron kräftig reduziert und Werte wie Sandisk und Microsoft ganz verkauft. Im Gegenzug ist er neu bei Boeing und American Airlines eingestiegen und hat KI-Kernwerte wie TSMC und Alphabet weiter aufgestockt.

Quelle: Positionen von David Tepper

Was du daraus mitnehmen kannst

Ein Blick in die Depots der Profis liefert keine fertigen Kaufsignale, aber wertvolle Ansatzpunkte. Drei Dinge lohnt es sich mitzunehmen:

  • Es gibt nicht die eine Wahrheit.  Ein gutes Beispiel ist Alphabet: Berkshire steigt groß ein und Tepper stockt auf, während andere Investoren die Position reduzieren oder verkaufen. Selbst erfahrene Investoren können dieselbe Aktie völlig unterschiedlich einschätzen. 
  • Neue Positionen sagen mehr als große. Ein frischer Einstieg zeigt oft klarer, wo ein Investor gerade Chancen sieht, als eine langjährige Altposition.
  • Der nächste Schritt ist deine Analyse.  Die gemeldeten Positionen zeigen, was ein Investor zum Quartalsende hielt – nicht, was er heute hält oder warum er eine Aktie gekauft hat. Auffällige Veränderungen sind daher ein guter Startpunkt für die eigene Analyse. 


 

Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar. Bitte beachte die rechtlichen Hinweise.